Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Jakob , später auch Israel genannt, Sohn von * Isaak und * Rebekka sowie Zwillingsbruder des erstgeborenen * Esau.

Jakob gilt nach * Abraham und * Isaak als dritter * Erzvater Israels. Seine zwölf Söhne wurden die Urväter der zwölf Stämme Israels. Der so genannte * ägyptische Josef wurde dabei übergangen und sein Geburtsrecht auf dessen Söhne Manasse und Efraim übertragen. Die Mütter der zwölf Söhne Jakobs waren Lea (sechs Knaben und ein Mädchen), * Rahel (die dem ägyptischen Josef und Benjamin das Leben schenkte) sowie die Leibmägde der beiden Ehefrauen, die je zwei Söhne gebaren.

In der * typologischen Gegenüberstellung des Alten Testament und des Neuen Testament entsprechen die zwölf Söhne Jakobs den zwölf * Aposteln. Jakob wird oft gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Esau wiedergegeben. Besonders bekannte und in der Bildenden Kunst oft dargestellte Motive sind:

1. Die Abtretung des Erstgeburtsrechts für ein Linsengericht. Jakob bewog seinen Bruder, der nach einem Streifzug ausgehungert nach Hause kam, das Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht an ihn abzutreten.

2. Der Betrug um den Segen Isaaks. Vater Isaak hatte in der Vorahnung des Todes seinen Sohn Esau zu sich gerufen, ihn aufgefordert, auf die Jagd zu gehen und ihm aus dem Wildbret ein Gericht zuzubereiten, das er so gern mochte. Er werde dann den auf ihm ruhenden Segen Gottes an ihn, Esau, weitergeben. * Rebekka bewog ihren Lieblingssohn Jakob, zwei junge Ziegenböcke zu schlachten, und bereitete daraus ein köstliches Mahl. Da Esau am ganzen Körper einen starken rotfarbenen Haarwuchs hatte, bedeckte Rebekka danach die Arme und den Hals Jakobs mit den Fellen der getöteten Tiere und trug ihm auf, dem fast erblindeten Vater das Essen zu bringen. Er solle sich dabei für Esau ausgeben und den väterlichen Segen empfangen. Durch die Felle vermeinte der Greis, die haarigen Arme seines Erstgeborenen zu fühlen, und erteilte Jakob den Segen. Nachdem Esau heimgekehrt war und der Betrug um den Segen Isaaks offenbar wurde, musste Jakob fliehen.

3. Das Motiv der * Jakobsleiter. Auf dem Weg zu Laban, dem Bruder seiner Mutter, hatte Jakob einen Traum. Er sah auf einer Himmelsleiter Engel auf- und niedersteigen.

4. * Rahel am Brunnen. Beim Ortsbrunnen von Haran traf Jakob auf die schöne Rahel, die Tochter seines Onkels Laban. Die beiden verliebten sich, und Jakob hielt um die Hand Rahels an. In Ermangelung eigener Besitztümer verpflichtete er sich, Laban vor der Ehe sieben Jahre unentgeltlich zu dienen. Nach Ablauf dieser Zeit führte ihm Laban aber die ältere, weniger schöne Lea verschleiert zu, die Jakob zur Frau nahm. Für Rahel musste Jakob weitere sieben Jahre dienen. Nachdem Jakob von Laban als Lohn für insgesamt vierzehn Jahre harte Arbeit nur dessen Töchter bekommen hatte, beschloss er nun seinerseits, Laban zu überlisten. Als Entschädigung für weitere Dienstjahre erbat er sich deshalb von seinem Schwiegervater das ganze gefleckte Vieh, während die einfarbigen Tiere im Besitz Labans bleiben sollten. Dieser willigte erfreut ein, da der Großteil der Herden einfarbig war. Jakob legte daraufhin in die Tränken der Tiere Holzstäbe, deren Rinde er zum Teil abgeschält hatte und die dadurch scheckig aussahen. Wie es heißt, brachten die Tiere durch den Anblick der gesprenkelten Hölzer fast lauter scheckige Jungen zur Welt. Um dem Zorn Labans zu entgehen, ergriff Jakob mit den buntgescheckten Tieren und seinen beiden Frauen die Flucht. Die Hälfte seiner durch Gewitztheit erworbenen Herde schickte Jakob seinem Bruder Esau, um diesen versöhnlich zu stimmen. Eines Nachts rang Jakob mit einem Engel des Herrn, den er so lange festhielt, bis ihn dieser segnete. Mit dem Segen erhielt Jakob den Namen Israel, was "Gotteskämpfer" bedeutet. Später ging der Name Israel auf das Königreich über.

J. LESSING, Die Wandteppiche aus dem Leben des Erzvaters J., Berlin 1900; G. KUTNA, Der Patriarch J. in der bild. Kunst, in: Ost u. West. Illustrierte Monatsschr. für das gesamte Judentum 8, 1908; N. GRAY, Jacob's Ladder. A Bible Picture book from Anglo-Saxon and 12th century English Manuscripts, London 1950; W. STECHOW, J. blessing the sons of Joseph from Rembrandt to Cornelius, in: FS für U. Middeldorf, Berlin 1968; M. PUTSCHER, Die Himmelsleiter, in: Clio Medica 13, 1, 1978.


<< Jakarandaholz Jakobinermütze >>


Vertiefen Sie Ihr Wissen über Kunst!
Testen Sie unseren Gratisservice Kunstbegriff des Tages. Auf Wunsch erhalten Sie täglich oder wöchentlich per E-Mail einen Begriff aus dem Kunstlexikon geschickt.
Mehr Informationen »

Das Kunstlexikon für das iPhone!
Sie können das Kunstlexikon auch in einer für das iPhone optimierten Version ansehen. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link.
Jetzt öffnen »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

Litho sig. R... >

Günstiger Pe... >



Aktuelle Objekte:

Lot 10 Litho... >

Herbert Boec... >