Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Jesse , Iesse, griechisch-lateinische Form des hebräischen Namens Isai, "Mann Jahwes".

Jesse, ein über Sem und Boas von Seth und Adam abstammender Grundbesitzer aus Bethlehem, lebte Mitte 11. Jh. v. Chr., war der Vater * Davids und somit der Stammvater des Königshauses von Juda. Nachdem * Jahwe den König * Saul "verworfen" hatte, wies er den * Propheten Samuel an, einen Sohn Jesses zum König zu salben. Jesse wird meist am Boden liegend schlafend dargestellt. Aus seinem Leib sprießt ein Baum, der als Stammbaum Christi ausgebildet ist (* Matthäus 1, 1-17). Das Motiv wird Jessebaum oder Wurzel Jesse genannt. In den Zweigen sind die Vorfahren Christi wiedergegeben. Die Darstellung in Form von bis zu 54 Brustbildern oder Halbfiguren folgt dem üblichen Stammbaumschema und kann durch Adam und Eva, die * Propheten sowie Heilige mit regionaler Bedeutung ergänzt sein. Als ältestes Beispiel mit 54 Medaillons gilt die Darstellung im böhm. Krönungsevangelistar König Vratislavs (Universitätsbibliothek Prag). Oft werden auch nur die zwölf jüdischen Könige aus der salomonischen Linie dargestellt. Der mit Harfe oder dem Haupt * Goliaths wiedergegebene David ist der 13. König. Die Zahl 13 gilt als Hinweis auf die mit * Abraham beginnenden dreimal 13 Generationen. Als Bekrönung des Stammbaums ist bei frühen Darstellungen Jesus als * Pantokrator oder als Erlöser zu sehen, seit dem verstärkt aufgetretenen Marienkult im 13./14. Jh. meist in Form des Jesuskindes, gemeinsam mit Maria. Häufig wird Jesus von sieben Tauben umgeben, als Symbol der sieben Gaben des * Heiligen Geistes.

Zu den Hauptwerken der niederdeutschen Spätgotik zählt die von dem Bildschnitzer Heinrich Douvermann als * Predella des Marienaltares im Viktorsdom von Xanten aus Holz geschnitzte Jessedarstellung (vollendet 1535). Die Grundlage für das Motiv des Jessebaums ist die Prophetie Jesaias: "Und es wird ein Reis aufgehen vom Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen" (* Jesaia 11, 1).

N. WATSON, The Early Iconography of the Tree of Jesse, London, Oxford 1934; J. R. JOHNSON, The Tree of Jesse Window of Chartres, in: Speculum 36, 1961; R. SCHUMACHER-WOLFGARTEN, Jesse mit dem Rosenstock, in: Röm. Quartalschrift f. christl. Altertumskunde 68, 1973; C. LITTLE, An Ivory Tree of Jesse from Bamberg, in: Pantheon XXXIII, 1975; M. D. TAYLOR, A Historiated Tree of Jesse, in: Dumbarton Oaks Papers at Harvard University, Cambridge/Mass. 24/25, 1980/81; H. H. HOFSTÄTTER, Spätes MA, in der Buchreihe Kunst im Bild, Weinheim 1982, S. 243.


<< Jesaja Jessebaum >>


Vertiefen Sie Ihr Wissen über Kunst!
Testen Sie unseren Gratisservice Kunstbegriff des Tages. Auf Wunsch erhalten Sie täglich oder wöchentlich per E-Mail einen Begriff aus dem Kunstlexikon geschickt.
Mehr Informationen »

Das Kunstlexikon für das iPhone!
Sie können das Kunstlexikon auch in einer für das iPhone optimierten Version ansehen. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link.
Jetzt öffnen »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

Martin Pálffy >

Airlines II >



Aktuelle Objekte:

Carolina, 2006 >

Schlüsselanh... >