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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Jesus Christus , Träger und Mittelpunkt der neutestamentlichen Verkündigung.

Der Name Jesus ist die griechische Version von hebräisch Jeschua, mit der Bedeutung * "Jahwe (Gott) hilft".

"Christus" ist die griechisch/lateinische Übersetzung für hebräisch maschiach (Messias), "Gesalbter", da man Christus als "König der Juden" bezeichnete.

Durch die Salbung wurde allgemein die Übertragung der göttlichen Begnadung und der sich daraus ergebende besondere Rang des Königs in der Gesellschaft ausgedrückt. Auf Jesus Christus, den als Menschen geborenen Sohn Gottes, bezieht sich grundlegend die christliche Religion. Als Quellen für die Jesus-Forschung dienen vor allem die drei ersten Evangelien, d. h. die Schriften der so genannten Synoptiker, wobei das * Evangelium des * Markus neben der * Logia Jesu (griechisch "Sprüche Jesu") als Hauptquelle für * Matthäus und * Lukas diente.

Das vierte Evangelium, das Johannesevangelium, stammt im Gegensatz zu den anderen nicht aus der Zeit Jesu, sondern entstand gegen Ende des 1. Jh. oder sogar erst um 150 n. Chr. Neben den christlichen Schriften bestätigen auch außerbiblische Quellen (Josephus Flavius, Tacitus etc.,), dass Jesus Christus tatsächlich gelebt hat. Es gibt keine Person, die in der Bildenden Kunst des Abendlandes so oft wiedergegeben worden ist wie Jesus Christus. Die Darstellungen reichen vom Motiv des * Jesuskindes über Bilder, die das Leben und Wirken von Jesus sowie seine * Passion wiedergeben, bis zu seinem Tod, um fortzusetzen mit der * Auferstehung und der * Himmelfahrt sowie mit Darstellungen des Himmelskönigs (* Rex gloriae, * Maiestas Domini, * Pantokrator).

Am häufigsten ist die vollplastische Wiedergabe des gekreuzigten Jesus. Daneben existieren Reliefs, Gemälde und Werke der Graphik in großer Zahl. In der * frühchristlichen Kunst wurde Jesus meist als jugendlicher, bartloser und an antike Kultbilder erinnernder Gott (mit Lorbeerkranz) dargestellt. Romanische Bildwerke zeigen Jesus für gewöhnlich bereits mit Bart, statuarisch würdevoll als König, der meist auch am Kreuz die Königskrone trägt. Seit der Gotik überwiegt in der Christusdarstellung der menschliche Aspekt. Die in der Passion erlittene Pein wird expressiv und naturalistisch wiedergegeben (* Christus in der Kelter, * Christus in der Rast, * Ecce homo, * Schmerzensmann). Der Gekreuzigte trägt statt der Königs- nun die * Dornenkrone, die am Anfang der Gotik haubenförmig ausgeführt ist. Die Kranzform der Dornenkrone wird erst im Laufe der Gotik gebräuchlich. Bei der Gestaltung des gekreuzigten Heilands unterscheidet man zwischen mehreren Typen (* Viernageltypus, * Dreinageltypus, * Cristo morto, * Cristo vivo und * Jansenistischer Christus).

Neben der Wiedergabe am Kreuz sind folgende Motive gebräuchlich, bei denen auch Jesus dargestellt ist: * Anastasis, * Anbetung der Hirten, * Anbetung der Könige, * Beschneidung Jesu, * Beweinung Christi, * Christus als Gärtner, * Christus als Weltherrscher, * Christus im Elend, * Christus Imperator, * Christus in der Kelter, * Christus in der Rast, * Christus-Johannes-Gruppe, * Darbringung im Tempel, * Descensus, * Ecce Homo, * Engelpietà, * Einzug Jesu in Jerusalam, * Erweckung des Lazarus, * Geburt Christi (* Krippe), * Himmelfahrt Christi, * Höllenfahrt Christi, * Jesus als Angler, * Jesus als Gärtner, * Jesus im Elend, * Jesus in der Kelter, Jesus in der Rast, Jesus-Johannes-Gruppe, * Jesuskind, Jesus-Pilatus-Gruppe, * Kreuzabnahme, * Kreuzigung Christi, * Kreuztragung, * Kreuzweg, * Majestas Domini, * Noli me tangere, * Pantokrator, * Passionszyklus, * Pietà, * Rex gloriae, * Reicher Fischzug, * Taufe Christi, * Transfiguration, * Verklärung Christi.

F. GERKE, Chr. in der spätantiken Plastik, Mainz 1948; O. THULIN, Das Chr.bild der Katakombenzeit, Berlin 1954; U. FABRICIUS, Jesus Christus, Recklinghausen 1957, Düsseldorf 1959; W. MEERSMANN, Der Schmerzensmann, Düsseldorf 1962; V. SELLIER, Das Chr.bild in der franz. Malerei des 19. Jh., Diss. München 1981.


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