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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Johannes der Täufer , griechisch-lateinisch Johannes Baptista, Sohn von * Zacharias und * Elisabeth, einer Kusine Marias (* Heilige Sippe),

Asketischer Bußprediger, der mit den Attributen Fellgewandung, * Kreuzstab und Lamm dargestellt wird. Im Neuen Testament findet als Kleidung ein Kamelhaargewand und ein Fellgürtel Erwähnung. Da Johannes der Täufer in den * Evangelien als Vorläufer und Wegbereiter * Christi sowie als Vorbote des Glaubens aufscheint, stellt ihn die Ostkirche oft geflügelt dar, wie einen Engel, einen Boten Gottes.

In den * Apokryphen wird Johannes der Täufer auch als Engel sowie als * Prophet bezeichnet. Seine Geburt wurde vom * Erzengel * Gabriel zweimal prophezeit, einmal Zacharias, dem Vater des Johannes, sowie bei der * Verkündigung an Maria. Johannes taufte Jesus Christus im Jordan (daher sein Beiname "der Täufer") und erkannte ihn als * Lamm Gottes.

Nachdem Jesus getauft war, öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabkommen, und eine Stimme vom Himmel sprach: "Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." (* Matthäus 3, 13-17.) Die Taufzeremonie ist ein beliebtes Motiv der christlichen Kunst. Bei Darstellungen des * Jüngsten oder * Apokalyptischen Gerichts sitzt Johannes zur Linken des * Heilands und fungiert, wie Maria, die rechts von Jesus thront, als Fürbitter.

Dieser Mittelteil, als Ausschnitt der zumeist großformatigen Werke des Jüngsten Gerichts, wird * Deesis genannt. Die Darstellung der Deesis wurde seit Ende 10. Jh. in die westlichen Kunst übernommen (Gebetbuch Ottos III., Schloss Pommersfelden). Häufig ist auch die Wiedergabe des kleinen Johannes, zusammen mit dem Jesuskind. Seit dem 16. Jh. immer wieder dargestellt wird der abgetrennte Kopf des Heiligen, den * Salome auf Wunsch ihrer Mutter * Herodia von * Herodes Antipas gefordert hatte (* Johannesschüssel).

R. PLUS, St. Jean-Baptiste dans l'art, Paris 1937, dt. Colmar 1938; E. D. SDRAKAS, Johannes d. T. in der Kunst des Ostens, München 1943; F.-A. METZSCH, Johannes d. T. Seine Gesch. u. seine Darstellung in d. Kunst, München 1989.


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