Johannesschüssel , Bezeichnung für eine Schüssel bzw. Platte mit dem abgetrennten Haupt * Johannes d. T.
Das Motiv findet sich auf Bildern, als Plastik aus Holz, Keramik, Metall oder Stein und auch auf * Siegeln. Die Johannesschüssel entstand auf Grund schriftlicher Quellen aus dem 5./6. Jh., die von dem Auffinden des Johannes-Hauptes, seiner Verwahrung in Emesa und der 391 erfolgten Überführung nach Konstantinopel berichten.
Im 4. * Kreuzzug gelangte das * Kopfreliquiar aus der Blachernenkirche von Konstantinopel in den Westen und wird seit 1206 in Amiens aufbewahrt. Bis zum 17. Jh. schmückten üblicherweise vollplastische Johannesschüsseln die Eingänge von Johannes-Kapellen. Sie wurden am kirchlichen Gedenktag der Enthauptung des Johannes (29. August) am Altar aufgestellt. Johannesschüsseln spielten auch bei Johannes-Bruderschaften eine große Rolle. Beispiele vollplastischer Johannesschüsseln sind u. a. im Schnütgen Museum in Köln zu besichtigen.
L. KRETZBACHER, Johanneshäupter in Innerösterr., Ein Beitr. zu Verehrung und Brauch um Johannes d. T., in: Carinthia I, Beigabe zum 152. Jahrg., FS für D. G. Moro, Klagenfurt 1962; R. KROSS, Zur Ikonographie der J., in: Aachener Kunstbll., Bd. 38, 1969; H. SACHS, E. BADSTÜBNER, H. NEUMANN, Wörterbuch zur christlichen Kunst, Hanau o. J.
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