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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Jona , Jonas, hebräisch, "Taube", einer der so genannten zwölf kleinen * Propheten.

In der Bildenden Kunst wird Jona oft im Bauche eines großen Fisches dargestellt, noch häufiger jedoch, wie ihn das Tier ans Land speit. Jona soll zur Zeit des israelitischen Königs Jerobeam II. (782-744 v. Chr.) gelebt haben. Im Buch Jona wird von seiner Entsendung nach Ninive berichtet. Er sollte der Stadt, die als Synonym für das Heidentum galt, das göttliche Strafgericht für alle Laster und Untaten androhen. Doch Jona scheute den Weg zu den Ungläubigen und bestieg ein Schiff, das nach Tarsis fuhr, "fort aus den Augen des Herrn". Während der Fahrt kam ein fürchterlicher Orkan auf. Die Seeleute warfen Lose, um festzustellen, um wessentwillen der Sturm über sie gekommen sei, und das Los fiel auf Jona. Da gestand er seine Verfehlung ein und wurde ins Meer geworfen, wo er dann auf Geheiß des Herrn von einem riesigen Fisch verschluckt wurde. (Die Möglichkeit, einen Menschen zur Gänze zu verschlingen, wäre am ehesten bei einem Pottwal gegeben.) Wie es in der Bibel heißt, war Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Tieres und wurde dann auf seine Gebete hin ans Land gespien. (AT, J. 2, 1-11.)

Das Motiv des von dem Fisch an Land gebrachten Propheten stellt eine Vorwegnahme des * Auferstehungs-Themas dar. Im Neuen Testament prophezeite Jesus (* Matthäus (12, 40), dass er drei Tage im Grab verweilen werde, so lange, wie sich Jona im Bauche des Tieres befand. Manchmal wird Jona auch unter einer Kürbisstaude oder einem Rhizinusstrauch schlafend wiedergegeben. Diese Darstellung hängt damit zusammen, dass der König von Ninive, als ihm der Prophet das Strafgericht androhte, den Befehl gab, dass Mensch und Tier keine Nahrung zu sich nehmen und auch nichts trinken dürften. Durch dieses Opfer war Gott versöhnt und verschonte die Stadt. Jona war damit aber nicht zufrieden und zog sich aus der Stadt zurück. Er lagerte im Schatten eines Strauches, den Gott eigens für ihn hatte wachsen lassen. Als Gott einen Wurm schickte, der die Wurzeln annagte, wodurch der Strauch verdorrte, beklagte sich Jona, und der Herr antwortete: "Dir tut leid um den Rhizinusstrauch, der ohne dein Zutun entstand. Während einer Nacht ist er gewachsen und während einer Nacht ist er verdorrt." Und Gott öffnete dem Propheten die Augen, dem es lieber gewesen wäre, wenn Gott die Stadt vernichtet hätte. Jona sah ein, dass der Untergang der schönen Stadt mit den vielen Menschen und Herden wohl mehr zu beklagen gewesen wäre als der Verlust eines Strauches.

E. STOMMEL, Zum Problem der frühchristl. J.darstellungen, in: Jahrb. für Antike und Christentum 1, 1958, S. 112-115; J. SPEIGL, Das Bildprogramm des J.-motivs in den Malereien der röm. Katakomben, in: Röm. Quartalschrift 73, 1978, S. 1-15; W. WISCHMEYER, Das Beispiel J. Zur kirchengeschichtl. Bedeutung von Denkmälern frühchristl. Grabeskunst zwischen Theologie und Frömmigkeit, in: Zeitschr. für Kirchengesch. 92, 1981, S. 161-179; H. SICHTERMANN, Der J.zyklus, in: Spätantike und frühes Christentum, Ausstellungskat. Frankfurt, Liebighaus, Museum alter Plastik, Frankfurt a. M. 1984, S 241-248.


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