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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Judas Ischarioth (Iskarioth), hebräisch, wahrscheinlich "Mann aus Karioth", einer der zwölf * Apostel.

Im Gegensatz zu den anderen stammte Judas nicht aus Galiläa, sondern vermutlich aus Karioth (Kerijot) in Südjudäa. Er verriet Jesus für dreißig Silberlinge an die Hohenpriester und gab ihm im Garten * Gethsemani den mit den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes vereinbarten Begrüßungskuss als Zeichen für die bewaffneten Häscher (* Matthäus 26, 47 ff., * Markus 14, 10 ff.).

Das Attribut des Verräters ist ein prall gefüllter Geldbeutel. In der Bildenden Kunst wird Judas in der Regel rothaarig (Verräter), mit einem Beutel in einer Hand und in gelber Gewandung wiedergegeben. (Gelb war im Mittelalter eine übel beleumundete Farbe.) Darstellungen des * Letzten Abendmahls, bei dem Jesus den Verrat voraussagte, zeigen Judas häufig beim Weggehen. Zur Unterscheidung von den anderen Aposteln trägt Judas keinen * Glorienschein. Die Gefangennahme Christi im Garten Gethsemani zählt zu den * Passionsmotiven; die Darstellung ist häufig * anachronistisch aufgebaut. Sie zeigt Judas sowohl im Vordergrund, beim so genannten Judaskuss, als auch im Hintergrund an einem Baum erhängt. Nachdem Judas, gepeinigt von schlechtem Gewissen, vergeblich versucht hatte, den Hohenpriestern die Silberlinge zurückzugeben, warf er die Münzen in den Tempel und nahm sich das Leben. Da es nicht erlaubt war, das Blutgeld zum Tempelschatz zu legen, kauften die Hohenpriester dafür den Acker eines Töpfers, als Begräbnisstätte für die Fremden und man nannte ihn wegen des Blutgeldes "Blutacker". Als Ersatz für Judas wurde * Matthias durch Losentscheid in die Gemeinschaft der Apostel aufgenommen. Frühe Darstellungen (seit dem 5. Jh.) von Judas sind als Mosaiken (S. Apollinare Nuovo, Ravenna) sowie auf Sarkophagen (Verona) und Elfenbeinschnitzereien (Elfenbeinkästchen um 420, British Museum, London) zu finden, später auch in Codices (Cod. Rossanensis, 3. Viertel 6. Jh., Rossano, Erzbischöfliches Museum).

R. B. HALAS, J. I., Diss. Washington 1941; H. JURSCH, Judas Ischarioth in der Kunst, in: Wiss. Zeitschr. d. Univ. Jena, Gesellschafts- u. sprachwiss. Reihe 5, Jg. 2, 1952/53; H. JURSCH, Das Bild des J. I. im Wandel der Zeiten, in: Akten des 7. Intern. Kongresses f. christl. Archäologie 1965 in Trier, Berlin 1969.


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