Judenhut , hohe spitzkegelig geformte Kopfbedeckung mit flacher Krempe, die seit 717 in den islamischen Ländern und seit Beginn des 13. Jh. auch im christlichen Abendland für Juden vorgeschrieben war.
Frühe Darstellungen finden sich z. B. im Bibelkommentar, München, Bayerische Staatsbibliothek, Codex hebr. 5, 1233, und in der um 1250 entstandenen Bible moralisée, Paris, Bibliothèque Nationale. Bekannt ist u. a. auch die Darstellung des Propheten Hosea mit dem Judenhut auf einem der Glasfenster im Augsburger Dom. Die in der 1215 beim IV. Laterankonzil festgelegte Forderung, dass sich die Nichtchristen von den Christen durch Kleidung und Kopfbedeckung unterscheiden müssten, wurde von den weltlichen Obrigkeiten weitgehend umgesetzt. In manchen Regionen konnten sich die Juden, falls sie das wollten, durch eine Abschlagszahlung von der Vorschrift freikaufen.
F. SINGERMANN, Die Kennzeichnung der Juden im Mittelalter. Ein Beitrag zur sozialen Geschichte des Judentums, Diss. Freiburg i. Br., Berlin 1915; T. KISCH, The Yellow Badge in History, in: Historia Judaica XIX, 1957; B. BLUMENKRANZ, Juden und Judentum in der mittelalterlichen Kunst, Stuttgart 1965; A. RUBENS, A History of Jewish Costume, London 1973; Th. und M. METZGER, Jüdisches Leben im Mittelalter, nach illuminierten hebräischen Handschriften vom 13.-16. Jh, Würzburg 1983.
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