Jungfernbecher , Jungfrauenbecher, Brautbecher, Doppelbecher, Bezeichnung für vor allem in Nürnberg gefertigte, meist silberne * Sturzbecher des 16./17. Jahrhunderts.
Besonders selten sind aus Glas hergestellte Jungfernbecher. Das Gefäß hat die Form einer mit einer glockigen Robe bekleideten jungen Frau. Der Unterteil des Kleides dient als Becher für den Mann, während der von der Figur mit erhobenen Armen über dem Kopf gehaltene schalenförmige Becher das Trinkgefäß für die Frau bildet. Dieser Frauenbecher ist drehbar gelagert und bleibt durch seinen tiefen Schwerpunkt auch dann in waagrechter Lage, wenn die Frauenfigur zur Füllung des Sturzbechers umgedreht wird.
Es war Brauch, dass Frau und Mann den Wein aus beiden Gefäßen gleichzeitig austrinken mussten, ohne dass dabei ein Tropfen verschüttet wurde.
H. WENTZEL, Becher, in: Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte II; F. KÄMPFER, Becher, Humpen und Pokale, Leipzig 1977.
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