Jungfrau von Orléans , Jeanne d'Arc, Johanna von Orléans (geb. 1410/ 1412, Orléans; gest. 1431, Rouen).
Die 1920 heiliggesprochene Jungfrau von Orléans war die Tochter begüterter Bauern. Nach eigener Aussage hörte sie im Alter von 14 Jahren "Stimmen", die sie zum Kampf gegen die mit Frankreich verfeindeten Engländer aufriefen (Hundertjähriger Krieg). Mit Erlaubnis des späteren Königs Karl VII. stellte sich die Jungfrau von Orléans an die Spitze des französischen Heeres. Durch ihre charismatische Ausstrahlung gelang es, die Soldaten mitzureißen und zum Sieg zu führen.
Orléans wurde befreit und auch die seit 1421 von den Engländern gehaltene französische Krönungsstadt Reims zurückerobert, wo 1429 die Krönung Karls VII. stattfand. (Die Erzbischöfe von Reims hatten seit 1179 das ausschließliche Recht, die französischen Könige zu krönen.) 1430 geriet Jeanne d'Arc in burgundische Gefangenschaft und wurde an England ausgeliefert. In den Prozessakten steht geschrieben, dass die Jungfrau von Orléans ausgesagt habe, von der * heiligen Katharina auf ein bei einer Dorfkirche vergrabenes Schwert aufmerksam gemacht worden zu sein. Mit dem Schwert, dessen Klinge fünf Kreuze aufwies, sei sie dann in den Krieg gezogen.
Die Jungfrau von Orléans wurde der Zauberei und Ketzerei schuldig befunden und starb auf dem Scheiterhaufen. 1456 revidierte die Kirche das Urteil. 1909 wurde die Jungfrau von Orléans selig- und 1920 schließlich heiliggesprochen. Jeanne d' Arc war ein beliebtes Motiv der Bildenden Künstler.
H. KRAUSS, E. UTHEMANN, Was Bilder erzählen, München 1988.
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