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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Kabinett

1) das an ein für Repräsentationen verwendetes Fürstenzimmer angrenzende Privatgemach. Es diente u. a. als Beratungsraum für vertrauliche Gespräche und meist auch als Aufbewahrungsort für Kunstwerke, Münzsammlungen oder wertvolle Schaustücke (Münzkabinett, Kupferstichkabinett, Naturalienkabinett). Der Kleinheit des Raumes Rechnung tragend, sind die als Ausschmückung vorgesehenen Plastiken und Bilder im Allgemeinen kleinformatig (* Kabinettbild, * Kabinettplastik).

2) Im 16./17. Jh. Bezeichnung für die im Kabinett stehenden Schränke. Entsprechend ihrer Verwendung wird zwischen Kunst- und Münzkabinett unterschieden. Frühe Kabinettschränke bestehen aus einem tischartigen Unterbau mit * gedrechselten Beinen und dem kastenförmigen Aufsatz, der durch eine Doppeltür oder einen Klappdeckel verschließbar ist. Die herausgeklappte Vorderwand diente später als Schreibunterlage, und es enstand so der Schreibschrank (* Sekretär) sowie, parallel dazu, der Schreibtisch mit niedrigerem Aufsatz (* Bureau). Im Inneren des Kabinettschrankes befinden sich im Allgemeinen (Geheim-)Fächer und viele Schubladen zur Verwahrung kleinformatiger, meist als * Kleinode bezeichnete Kostbarkeiten und Raritäten. Die Außenfront der Kabinettschränke ist häufig architektonisch gegliedert und mit * Intarsien, Elfenbeinreliefs, * Solnhofer Steinätzungen bzw. Steineinlagen aus * Lapislazuli, * Festungsachat oder * Ruinenmarmor etc. verziert.
Zu den bekanntesten Kabinettschränken zählte der so genannte * Pommersche Kunstschrank.

3) Noch heute nennt man in Österreich (vor allem in Wien) ein kleines Zimmer mit nur einem Fenster "Kabinett". Der alten Ansicht gemäß soll es so groß sein, dass Platz genug für ein Bett ist.

4) Abgeleitet von jenen kleinen Räumen, in denen wichtige, vertrauliche Gespräche stattfanden, wird die Gesamtheit der Minister eines Staates als Kabinett bezeichnet.

Lit. 2): L. MÖLLER, Der Wrangelschrank u. die verwandten süddt. Intarsienmöbel des 16. Jh., Berlin 1956; G. HIMMELHEBER, K.schränke, München 1977; Schatzkästchen u. K.schrank. Möbel f. Sammler, Kat., Berlin 1989; M. RICCARDI-CUBITT, The Art of The Cabinet, London 1992.


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