Kachel , von vulgärlateinisch caccalus, "Kochgeschirr", bzw. althochdeutsch chachala, * "irdener Topf",
Ursprünglich Bezeichnung für alle Gegenstände aus gebranntem Ton. Heute ist der Terminus auf gebrannte und glasierte Tonplatten eingeschränkt, besonders jene, die vom Hafner zum Setzen von * Kachelöfen verwendet werden. Man unterscheidet zwischen planen Tafelkacheln und vertieft geformten Napf- oder Schüsselkacheln, die aufgrund ihrer größeren Oberfläche mehr Wärme abgeben.
Besonders beliebt waren die schon in der Gotik bekannten farbigen vertieften Kacheln mit Reliefdekor. Als Wand- und Bodenbeläge dienende, für gewöhnlich aus feinkörnigerem Material bestehende und dichter gebrannte Keramikplatten werden meist Fliesen genannt.
F. BIRKENBIHL, K., Wandplatten, in: Keramische Rundschau, Jahrg. 48, 1940; J. RINGLER, Tiroler Hafnerkunst, Innsbruck 1965; K. STRAUSS, Die Kachelkunst des 15. u. 16. Jh. in Dtl., Österr., d. Schweiz u. Skandinavien, Basel 1972; M. PIATKAWICZ-DERENIOWA, Die Kachelkunst der Renaissancezeit an d. Wawel. Aus d. Gesch. d. Mäzenatentums der Jagellonen, in: Keramos 76, 1977; Ch. SVOBODA, Alt-Salzburger Hafnerkunst. Model u. K. des 16. bis 18. Jh. aus d. Strobl-Werkstatt, Kat., Salzburg 1981; K. STRAUSS, Die K.kunst des 15.-17. Jh. in europ. Ländern, Straßburg 1983; I. UNGER, Kölner Ofenk., Kat., Köln 1988.
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