|
|
|
Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann
|
| Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen. |
Kantille , die, von französisch cannetille, Bezeichnung für feinen, schraubenartig gesponnenen Gold- oder Silberdraht.
Die Kantille wird auch Bouillon genannt und besteht entweder aus dünnem Draht oder aus * Lahn (Lahn-Kantille), wobei für die Produktion meist * Buntmetall (* Leonisches Gold), aber auch Gold oder Silber Verwendung finden.
Kantille wird zur Anfertigung von * Borten, * Quasten, * Epauletten etc. gebraucht. Hergestellt wird die Kantille durch spiralförmiges Aufwickeln mittels eines Spulrades um eine stählerne Nadel von gewünschter Stärke. Ist die Nadel fertig umwickelt, wird sie herausgezogen. Je nachdem ob runder oder breitgewalzter Draht (Lahn) verwendet wurde, ist die Kantille matt oder glänzend.
Bei der Herstellung von Lahn-Kantille oder so genannten geknicktem Bouillon werden oft Nadeln verwendet, die nicht zylindrisch, sondern kantig sind, d. h. quadratischen oder dreieckigen Querschnitt haben. Bei Verwendung eckiger Nadeln wird das Material über den Kanten regelmäßig geknickt, wobei es sich nach dem Herausziehen der Nadel, durch die Knickungen, zu schraubenartigen Windungen verdreht und die fertige Kantille ein gekräuseltes Aussehen aufweist, auch Ondé genannt. Wird diese Kantille gedehnt, spricht man von einer gezogenen Kantille. Den in mancher Kantille innen befindlichen Faden, Draht oder Lahn nennt man Seele.
J. J. PRECHTL, Technologische Encyklopädie oder alphabetisches Handbuch der Technologie, der technischen Chemie und des Maschinenwesens, Stuttgart 1830 f.
|
|
Der Kunstbegriff des Tages per E-Mail!Auf Wunsch senden wir Ihnen regelmäßig einen Begriff aus dem Kunstlexikon per E-Mail zu. Zur Anmeldung »
|
|
| |
|
| |