Kanzelaltar , früher manchmal auch Altarkanzel genannt. Um die Gleichwertigkeit von Predigt und * Abendmahl zu dokumentieren, schuf man vor allem in protestantischen Kirchen in Mittel- und Norddeutschland eine aus Altar und * Kanzel bestehende Einheit, in die bisweilen auch die Orgel integriert wurde.
Beim echten Kanzelaltar ist die Kanzel senkrecht über dem Altar angebracht und mit diesem im Allgemeinen durch den Altaraufbau verbunden. Als ältestes Beispiel (1585-90) gilt der Kanzelaltar in der Schlosskapelle von Schmalkalden/Thüringen. In katholischen Kirchen sind seit dem 18. Jh. bisweilen * Nebenaltäre als Kanzelaltar ausgebildet. Die in mittelalterlichen Dom- und Klosterkirchen vorkommende Verbindung von * Kreuzaltar und * Lettnerkanzel gilt im Allgemeinen nicht als Kanzelaltar.
G. L. ARONGE, Der Thüringer Kanzalaltar von 1700-1850, Diss. Jena 1921; G. STADE, Mecklenburger Kanzelaltar, Diss. Braunschweig 1930; H. SCHÖNBERG, Die barocken Kanzelaltare Hildesheimer Meister im Kreis Marienburg i. H., in: Alt Hildesheim 20, 1942; H. MEISSNER, Kanzelaltäre in Oberfranken, in: Colloquium historicum Wirsbergense, in: Geschichte am Obermain, Bd. 5, 1968/69; H. MAI, Der evangelische Kanzelaltar, Geschichte und Bedeutung, Halle 1969; H. MEISSNER, Kirchen mit Kanzelaltar in Bayern, München 1987.
|