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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Kapelle , von mittellateinisch cappella, "kleiner Umhang", im Besonderen der Mantel des hl. * Martin.

Davon stammt die Bezeichnung für die Oratorien der königlichen Pfalzen, in denen Merowinger und Karolinger den Martinsmantel (ihr Nationalheiligtum, das sie ständig mitführten) aufbewahrten. Aachen heißt deshalb noch heute französisch Aix-la-Chapelle.

1) Seit ca. 800 übertrug sich der Ausdruck in Form von französisch chapelle allgemein auf Andachtsräume in Schlössern und Burgen sowie auf kleine sakrale Bauwerke, in denen fallweise Messen gelesen werden, eingedeutscht: Kapelle, z. B. Schlosskapelle, Burgkapelle, Taufkapelle, Totenkapelle und Wallfahrtskapelle. Auch Bezeichnung für kleine, mit größeren Sakralbauten architektonisch verbundene Anbauten, etwa Chork. (* Kapellenkranz). Eine Sonderform ist die so genannte * Kaldaunenkapelle.

2) Alter Terminus für die Gesamtheit aller für die hl. Messe erforderlichen liturgischen Gewänder und sonstigen * Paramente.

3) Früher übliche Bezeichnung für den beim feierlichen Gottesdienst agierenden Sängerchor.

J. v. d. BOSCH, "Capa, Basilica, Monasterium" et le culte de St. M. de Tours, in: Latinitas christianorum primavera 13, Nijmegen 1959; U. STEVENS, Burgk. im dt. Sprachraum, Köln 1978.


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