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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Karat , Carat, von griechisch kerátion, "kleines Horn",

Ursprünglich ein altes Fruchtgewicht, wobei als Maßeinheit der Samen des Johannisbrotbaums diente. Die Samenkörner waren in Afrika Gewichtsmaß zum Wiegen von Gold, in Indien wog man damit Edelsteine. Das daraus entstandene Karat wird bei Edelsteinen als Gewichtsmaß mit "ct." abgekürzt.

Seit der Meterkonvention (20.5.1875) ist bei Edelsteinen das so genannte metrische Karat mit 0,2 Gramm festgesetzt. Das vorher nicht genormt gewesene Karat-Maß hatte in England 0,2053, in Frankreich und Holland 0,2059 und in Österreich 0,2061 Gramm betragen. Bei Edelmetallen dient das mit "kt." abgekürzte Karat als Verhältniszahl. Reines Gold hat 24 Karat (* Feingold). Die Karatzahl gibt an, wieviel Gramm Gold in 24 Gramm Legierung enthalten sind. Bei Gold gab es früher noch die Maßeinheit * Grän, wobei ein Karat 12 Grän entsprach. Heute wird der Feingehalt bei Gold nur mehr als Handelsbezeichnung in Karat angegeben.

Die Feingewichtsangabe in Karat geht auf die so genannte Kölnische * Mark zurück. Die Kölnische Mark = 1/2 kölnischen Pfund = 233,8 Gramm wurde bei Gold in 24 Teile (Karat) und bei Silber in 16 Teile (* Loth) geteilt. 1 Gold-Karat entspricht nach heutiger Umrechnung 41,667 Tausendstel Teilen Feingold. Die Angabe in Gold-Karat bedeutet, dass z. B. bei 18-karätigem Gold, 18 Teile von 24 Teilen aus Feingold, die restlichen 6 Teile aus Zusatzmetallen (zumeist Silber und Kupfer) bestehen. Aus der Umrechnung 18 : 24 = 0,750 wird deutlich, dass 750 von 1000 Teilen aus Feinmetall und der Rest aus Zusatzmetallen besteht. Das Feingold in Tausendstel kann auch durch die Multiplikation der Karatzahl mit 41,66667, dem in Tausendstel ausgedrückten Karat, berechnet werden. Der Feingehalt von Gold wird im Allgemeinen mit der so genannten * Strichprobe festgestellt. Meist ist er aus den auf Gegenständen aus Gold eingeschlagenen * Punzen zu ersehen.

In Österreich betrug der Gold-Feingehalt von der Gotik bis zum Barock 20 Karat. Seit 1696 war auch die Verarbeitung von 18karätigem Gold erlaubt. 1767 wurde der Feingehalt von Goldwaren von 18 bzw. 20 Karat auf 21 Karat erhöht. Das von Kaiserin Maria Theresia erlassene Patent vom 27. 11. 1773 setzte den Feingehalt der Goldwaren mit 20 Karat "... mit einem remedio von 2 * Gränen .." fest. Er betrug somit 19 Karat und 10 Grän.

Von 1791 bis 1866 war in Österreich das so genannte 3-er, 2-er und 1-er Gold üblich. Diese Goldlegierungen werden heute meist unter dem Namen "Altgold" zusammengefasst. Der Feingehalt betrug beim 3-er Gold 18 Karat plus 5 Grän, beim 2-er Gold 13 Karat plus 1 Grän und beim 1-er Gold 7 Karat. plus 10 Grän. Zwischen 1867 und 1922 waren Goldwaren in Österreich 920, 840, 750 oder 585 fein. Die heute üblichen Karatwerte sind 24 (Dukatengold), 18 und 14 Karat.

L. RÖSSLER, Schmuck Lexikon, Nachschlagwerk für Fachausdrücke, Wien 1982.


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