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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Karmesin , Karmoisin, Karmin, Cochenille, von arabisch-persisch kermes, Scharlachbeere,

Bezeichnung für ein organisches * Pigment von leuchtendroter Farbe, als Basis des Karminlackes, der seit 1526 als Monopol der spanischen Krone in den Handel gelangte.

Hergestellt wurde Karminrot vor der Entdeckung Amerikas aus den auf der Kermeseiche lebenden Kermes-Schildläusen. Später importierte man das aus den in Mittel- und Südamerika auf Disteln und Kakteen lebenden Weibchen der Cochenilleschildlaus (Coccus cacti L.) gewonnene Färbemittel. In den getrockneten Läusen ist etwa 14% Karmesin enthalten. Sie wurden in Wasser, dem etwas Schwefelsäure beigemengt war, ausgekocht, dann versetzte man den Auszug mit Alaun und etwas Kalk, um das Karmesin auszufällen. Den Niederschlag sammelte man, wusch ihn aus und ließ ihn trocknen. Im Mittelalter war anstatt Karmesin meist der Ausdruck Venezianer Scharlach gebräuchlich (* Theophilus Presbyter). Heute wird Karmesin im Allgemeinen durch synthetische Farbmittel ersetzt.

M. KOLLER u. a., Maltechniken im 16. Jh. - Farbmittel, in: Reclams Handbuch der künstlerischen Techniken, Bd. 1, Stuttgart 1988.


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