Karner , Ossarium, von mittellateinisch carnarium, "Fleischkammer", bzw. lateinisch ossa, "Knochen",
Bezeichnung für ein so genanntes "Beinhaus", einen vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert als Friedhofskapelle verwendeten Sakralbau. Im Karner wurden Tote vor dem Begräbnis aufgebahrt sowie, meist in einem Untergeschoss, die Gebeine unbekannter Toter, die etwa bei der Neuanlage von Gräbern zum Vorschein gekommen waren, aufbewahrt.
Die bekanntesten Karner stammen aus der Romanik. Sie haben meist einen runden oder polygonalen Grundriss und oft auch eine * Apsis.
siehe auch * Totentanz
W. STRAUSS, Über die Karner in Österreich, Wien 1980; St. ZILKENS, Karner-Kapellen in Deutschland. Untersuchungen zur Baugeschichte und Ikonographie doppelgeschossiger Beinhaus-Kapellen, Diss. Köln 1983; W. WESTERHOFF, Karner in Österreich und Süd-Tirol, St. Pölten, Wien 1989.
|