Karyatide , griechisch, "aus Karyai stammend", "Gebälkträgerin",
Griechische Bauplastik in Form einer meist mit bodenlangem Gewand bekleideten Frauenfigur, die als tragendes Element, bei Balkonen, Erkern und Portalen etc., Säulen oder Pfeiler ersetzt.
Der Name Karyatide geht auf die Frauen aus der Ortschaft Karyai in Lakonien zurück. Der Sage nach sollen sie als Strafe für Kontakte mit den Feinden zum Tragen von Lasten verurteilt worden sein, oder aber sie wurden von den Persern zu Sklavinnen gemacht und mussten Lasten tragen. Die als Stützen dienenden Karyatiden sind meist paarweise angeordnet. Von den aus der Antike stammenden Karyatiden besonders bekannt sind die Karyatiden der so genannten * Koren-Halle an der Südseite des Erechtheions in Athen.
Frauenfiguren mit einem Tragkorb am Kopf werden als * Kanephoren bezeichnet. Dem Beispiel der Architektur folgend, sind Karyatiden auch bei Arbeiten von Bildhauern sowie Gold- und Silberschmieden zu finden. Das männliche Gegenstück heißt * Atlant (* Bauplastik).
R. FRITZ, Die Skulptur im Dienste der Architektur. Die figürlichen Stützen, Diss. Frankfurt/ M. 1951; E. SCHMIDT, Geschichte der Karyatide: Funktion und Bedeutung der menschlichen Träger- und Stützfigur in der Bauplastik, Würzburg 1982.
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