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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Kassette , von französisch cassette, "kleiner Kasten",

1) verschließbares Kästchen für Wertgegenstände. Die mit Elfenbeinschnitzereien gezierten gotischen Kassetten werden der dargestellten Szenen wegen oft als * Minnekästchen bezeichnet. Alte Kassetten weisen häufig schöne * Beschläge auf.

2) Kastenförmig vertieftes und umrahmtes Feld aus Holz, Stein oder * Stuck. Die Aneinanderreihung solcher Kassetten als Verband wurde schon von Baumeistern der Antike zur Gliederung von Flachdecken und Gewölben verwendet, z. B. im * Parthenon in Athen und, in Verbindung mit Gewölben, in der Maxentiusbasilika in Rom. Die Unterteilungen werden durch sich kreuzende Rippen (* Stege) gebildet. Seit der Renaissance wurden die Kassetten bei Decken im Allgemeinen nicht mehr aus Stein oder Stuck hergestellt, sondern aus Holz. Die von den einzelnen Rahmungen umschlossenen Einsätze heißen * Füllungen, bei Holzkassetten auch Füllbretter. In der Mitte jeder Kassette befindet sich oft als Zierglied ein * Hängezapfen. Außer bei Decken sind Kassetten vor allem bei Kästen und Türen üblich (* Rahmen- und Füllbrettkonstruktion).


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