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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Kelch , von lateinisch calix, "Trinkbecher" (griechisch skyphos),

Häufig aus * Edelmetall gefertigtes Trinkgefäß für feierliche Anlässe.

Alte profane Kelche sind selten, meistens handelt es sich um liturgische Gefäße. Der Kelch besteht aus dem Fuß (lateinisch pes), dem * Schaft (lateinisch * stilus) mit * Griffknoten oder Knauf (lateinisch * nodus, pornum) und dem eigentlichen Gefäßteil (lateinisch * cuppa, vas).

In christlichen Kirchen dient der Kelch zur Aufnahme des Messweins bei der * Eucharistie. Hierbei findet auch der Hostienteller Verwendung, die so genannten * Patene. Vor und nach dem * Abendmahl wird der Kelch mit der * Palla (gegen Ungeziefer) abgedeckt. Bis Ende 4. Jh. wurden auch die für den sakralen Gebrauch bestimmten Kelche aus den verschiedensten Materialien hergestellt (Elfenbein, Glas, Holz, Horn und Zinn), seit dem 5. Jh. im Allgemeinen nur mehr aus Metall. Ab dem 8./9. Jh. waren, außer bei sehr kleinen und armen Gemeinden, nur noch Kelche aus * Edelmetall üblich, meist aus vergoldetem Silber.

Die einzelnen Stilepochen finden bei Kelch und Patene ihren Niederschlag. Romanische Kelche sind gedrungen, der Fuß ist rund, und auch der Griffknoten oder Knauf des Schaftes sowie die Kelchschale haben eine rundliche Form. Der gotische Kelch wirkt insgesamt mehr gestreckt. Die gewöhnlich * sechspassförmige Gliederung der Standfläche setzt sich im Schaft fort. Der Knauf ist vielfach mit sechs Knoten versehen, den so genannten Nägeln (* Rotuli). Sie sind oft rautenförmig ausgeführt und machmal in * Email mit den Buchstaben "IHESUS" versehen.

Die Kuppa des gotischen Kelchs ist leicht trichterförmig und schlanker als in der Romanik. Häufig sind gotische Kelche mit einem von der Baukunst abgeleiteten architektonischen Dekor versehen und können dadurch nahezu überladen wirken. In der Renaissance und im Barock kommen figürliche Zierstücke hinzu. So können etwa am * Nodus Engelsköpfe vollplastisch ausgebildet sein. In Medaillons am Fuß und an der Kelchschale finden sich oft reliefierte Darstellungen. Die dazugehörigen Patenen sind stilistisch darauf abgestimmt. Eines der bekanntesten Beispiele eines frühen Kelchs ist der * Tassilo-Kelch. Vgl. * Fistula.

G. HASELOFT, Der Tassilokelch, 1951; V. H. ELBERN, Der eucharistische Kelch im frühen Mittelalter, Berlin 1963, Bern 1964; D. NUSSBAUM, Die Aufbewahrung der Eucharistie, Darmstadt 1979.


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