Kentaur , Zentaur (griechisch kentauros, lateinisch centaurus), mischgestaltiges * Fabelwesen mit dem Oberkörper eines bärtigen Mannes, der ab der Taille in einen Pferdeleib übergeht.
Ursprünglich wurde der Pferdeleib ohne Vorderbeine wiedergegeben (nach Pausanias). Auf späteren Darstellungen geht der Männerleib in einen vierbeinigen Pferdekörper über. Als Vorbild für die legendären Kentaur diente ein in Thessalien lebender Volksstamm, dessen Reiterkünste den Eindruck erweckten, die Reiter seien mit dem Pferdeleib gleichsam verwachsen. Der Sage nach entstanden die Kentauren aus dem Samen * Ixions, der * Hera mit Leidenschaft verfolgte, statt der Zeus-Gemahlin aber * Nephele umarmte, ein von * Zeus geschaffenes Wolkengebilde, das wie die Göttin aussah. Die Kentauren waren mit Ausnahme von * Pholos und * Cheiro streitsüchtig und wild. Als Waffen verwendeten sie Holzprügel oder Steine. Bekannte Motive sind der * Kampf der Kentauren und * Lapithen sowie * Nessus raubt * Dejanira.
P. V. C. BAUR, Centaurs in ancient art. The archaic period, Berlin 1912; A. ISARD, Le centaure dans la légende et dans l'art, Lyon 1939; J. ADLOFF, Die antiken Fabelwesen in der roman. Bauornamentik, Diss. Füssingen 1947; B. SCHIFFLER, Die Typologie des K. in der antiken Kunst vom 10. bis zum Ende des 4. Jh. v. Chr., Frankfurt/M., Bern 1976; R. v. RANKE-GRAVES, Griech. Mythologie, Reinbek b. Hamburg 1984.
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