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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Keroplastik , Ceroplastik, Zeroplastik, von griechisch keros, "(Bienen)wachs",

Bezeichnung für die Kunst, Wachsplastiken herzustellen, sowie für die aus Wachs modellierten oder gegossenen Objekte. Andere Namen für Keroplastik sind Wachsbildnerei, Wachsplastik oder Wachsbossierung. Da Wachs durch Zugabe von Öl u. dgl. leicht formbar ist, wurde es schon in der Antike für die Herstellung von Modellen, aber auch für eigenständige plastische Arbeiten verwendet. So ist bekannt, dass die Römer Totenmasken aus Wachs fertigten und diese so genannten Imagines bei Leichenzügen mitführten (* Imago). Seit Ende 16. Jh. waren aus Wachs modellierte "Schauessen" als Tafelschmuck in Mode. Aus dem 17.-19. Jh. sind * Konterfeis in Form von Wachsbüsten und Porträtreliefs sowie in * Kastenrahmen befindliche Schaubilder mit kleinen vollplastischen Figuren erhalten. Sie stellen meist historische Begebenheiten, Schlachtenszenen, mythologische Motive oder Weihnachtskrippen dar. Besonders bekannt sind die von * Cetto stammenden vielfigurigen Wachsbossierungen. Bei Keroplastik manchmal auftretende pelzige weiße Ausblühungen sind auf diverse Beimengungen, etwa Stearin oder Talg, zurückzuführen.

Th. GANTNER, Geformtes Wachs, Ausst. Schweizerisches Landesmus. für Volkskunde Basel 1980/81, Basel 1980; Ch. ANGELETTI, Geformtes Wachs. Kerzen, Votive, Wachsfiguren, München 1980; U. PFISTERMEISTER, Wachs, Volkskunst u. Brauch. Ein Buch für Sammler und Liebhaber alter Dinge, 2 Bde., Nürnberg 1982/83; C. HARLEY, A note on the crystal growth on the surface of a wax artifact, in: Studies in Conservation 38, 1993, S. 63-66.


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