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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Kettenpanzer , Kettenhemd, Maschenpanzer, Ringelpanzer oder "Haubert", Bezeichnung für ein Kettengeflecht in der Art einer hemdförmigen bis zu den Schenkeln reichenden Panzerung.

Der Kettenpanzer wurde von den so genannten Sarwerkern oder Sarwürkern hergestellt und besteht aus Tausenden fortlaufend kettenartig ineinander verschlungenen und vernieteten kleinen Ringen, wobei jeder Ring meist mit vier anderen verbunden ist. Bei der Fertigung konnte durch Einfügen von Ringen der Kettenpanzer weiter, durch Verringerung der Ringanzahl schmäler gemacht werden.

Der 12-15 kg schwere knielange Kettenpanzer, ergänzt durch die Kettenpanzerkapuze und strumpfähnliche Kettenpanzerbeinlinge, diente vom 11. Jh. bis gegen Ende 13. Jh. Rittern und * Reisigen als Schutz gegen Stiche und Schwerthiebe. Schwere Schnitt- und Stichverletzungen wurden durch den Kettenpanzer zwar vermieden, gegen wuchtige Schläge bot das flexible Geflecht allerdings kaum Schutz, so dass es oft zu Knochenbrüchen und schmerzhaften Quetschungen kam. Gegen stumpfe Gewalteinwirkung suchte man sich seit der 2. Hälfte 13. Jh. durch Zusammenfügen streifenförmiger Eisenplatten in Form des Plattenrockes bzw. * Spangenharnisches zu schützen.

Wirklichen Schutz bot aber erst die seit etwa Anfang 15. Jh. aus Eisenplatten geschmiedete * Rüstung. In der 2. Hälfte 12. Jh. führten die * Kreuzritter das Tragen eines langen ärmellosen textilen Waffenrockes über dem Kettenpanzer ein, der ihnen im Orient als Sonnenschutz diente und mit dem * Wappen des Trägers versehen war. Seit Mitte 13. Jh. wurde dieser Waffenrock oft als Spangenharnisch ausgebildet. Die unter dem Kettenpanzer getragene wattierte Gewandung heißt Gambeson.

H. NICKEL, Ullstein Waffenbuch, Berlin, Frankfurt/M., Wien 1974; W. BOEHEIM, Handbuch der Waffenkunde, Leipzig 1890, Neuaufl. Leipzig 1985.


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