Kleinmeister , kleinformatigen Werken sich widmender Kunsthandwerker oder Künstler.
Meist wird der Ausdruck in Verbindung mit einer im 16. Jh. tätigen Gruppe von Künstlern gebraucht, zu deren Werken kleinformatige * Holzschnitte und * Kupferstiche zählen. Ihre Themen waren häufig mythologischen und biblischen Inhalts. Die Kleinmeister gelten auch als Vorläufer der * Genremalerei, da die dargestellten Szenen oft das Alltagsleben wiedergeben. Im deutschen Raum arbeiteten u. a. H. * Aldegrever, A. * Altdorfer, H. S. Beham, J. Binck, H. Brosamer, D. * Hopfer, L. Krug, H. Ladenspelder, Georg Pencz (Jörg Bencz, Monogramm IB), N. Wilborn und der aus Zürich stammende und in Nürnberg tätige J. Amman zumindest zeitweise im Stil der Kleinmeister. Von den Niederländern werden z. B. A. Claeszen, C. Massys und D. J. Vellert als Kleinmeister bezeichnet. Bekannte französische Kleinmeister waren J. A. Cucerceau, E. Delaune, J. Duvet, J. Gourmont und G. Reverdy. Für viele Kleinmeister war * Dürer das große Vorbild. Die Arbeiten der Kleinmeister hatten ihrerseits Leitbildfunktion für Künstler und Kunsthandwerker.
H. W. SINGER, Die Kleinmeister, Bielefeld, Leipzig 1908; E. WALDMANN, Die Nürnberger Kleinmeister, Leipzig 1910; Meister um A. Dürer, Kat., Nürnberg 1961.
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