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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Kleopatra VII., die Große (69-30 v. Chr.), griechisch, "die durch den Vater Berühmte", Tochter Ptolemaios XII.

Seit 51 v. Chr. regierte Kleopatra gemeinsam mit ihrem Brudergemahl Ptolemaios XIII. als Königin von Ägypten. Nach ihrer Vertreibung 48 v. Chr. griff Cäsar, der in Alexandria weilte, zugunsten Kleopatras in die ägyptischen Thronstreitigkeiten ein. Wie es heißt, hatte sich Kleopatra zuvor in einem Teppich eingerollt heimlich in die Gemächer Cäsars bringen lassen. Sie wurde seine Geliebte und gebar ihm den Sohn Cäsarion (Ptolemaios XV.). Während ihrer neuerlichen Regentschaft 47-44 v. Chr. hielt sich Kleopatra seit 46 die meiste Zeit in Rom auf. Nach dem Tod ihres Bruders herrschte Kleopatra allein, erhob ihren Sohn Cäsarion aber nominell zum Mitregenten.

Bei dem nach dem Tod Cäsars (44 v. Chr.) im römischen Reich herrschenden Bürgerkrieg verhielt sich Kleopatra neutral. Nach der Niederlage der Cäsarmörder Brutus und Cassius bei Philippi 42 v. Chr. übernahmen Marcus Antonius den Ostteil und Octavian, der spätere Kaiser Augustus, den Westen des römischen Reichs. Im Winter 41/40 v. Chr. reiste Kleopatra in das römische Lager nach Tarsus, gewann Marcus Antonius für sich und ehelichte ihn 37 v. Chr. in Antiochia. Die Schönheit und die aufwendige Hofhaltung der ägyptischen Königin boten Stoff für zahlreiche Gemälde. Besonders häufig ist das Motiv "Das Gastmahl der Kleopatra", das die ägyptische Königin für Antonius gegeben haben soll.

Im Jahr 31 v. Chr. trug Kleopatra in der Schlacht bei Actium durch den vorzeitigen Rückzug der ägyptischen Flotte wesentlich zur Niederlage ihres Gemahls bei. Durch eine Falschmeldung vom Tod Kleoptaras zum Selbstmord getrieben, stürzte sich Antonius in sein Schwert. Sterbend wurde er zu seiner geliebten Frau, der letzten Königin Ägypens, gebracht und verschied in ihren Armen. Es heißt, dass Kleopatra den ägyptischen Thron für Cäsarion halten wollte. Als sie jedoch von der Absicht Octavians erfuhr, sie als Beute beim Triumphzug in Rom zur Schau zu stellen, nahm sie sich das Leben.

In der Bildenden Kunst wird Kleopatra oft dargestellt, wie sie eine Giftschlange an ihre Brust hält. Eine besonders eindrucksvolle Elfenbeinfigur vom Tod Kleopatras stammt von Adam Lenckhardt ( Walters Art Gallery, Baltimore).

H. KRAUSS, E. UTHEMANN, Was Bilder erzählen, München 1988.


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