Kluge und törichte Jungfrauen , biblisches Gleichnis (* Matthäus 25, 1-13). Von zehn auf den Bräutigam wartenden Jungfrauen nahmen fünf zusätzliche Gefäße zum Nachfüllen ihrer Öllampen mit. Sie fanden den Weg zum Haus des Bräutigams und wurden eingelassen.
Die fünf törichten Jungfrauen hatten dagegen nicht vorgesorgt. Als das Öl in den Lampen zur Neige ging, mussten sie neues Öl kaufen, kamen zu spät und fanden das Tor ins Haus des Bräutigams verschlossen. Das Motiv ist in der christlichen Kunst seit dem 4. Jh. nachweisbar. Die von Jesus angeführten klugen Jungfrauen werden lächelnd, die dem * Fürsten der Welt nachfolgenden törichten Jungfrauen hingegen mit verzweifelter Miene dargestellt.
Die Klugen und törichten Jungfrauen sind oft vollplastisch an Kirchenportalen wiedergegeben. Bekannte Beispiele finden sich an der * Brauttür des Magdeburger Doms (1240), an der Westfassade des Strassburger Münsters (1300) und am Nordeingang der Kirche Zum Heiligen Kreuz in Schwäbisch Gmünd. Die Frauengestalten symbolisieren * Tugenden und Laster sowie * Ecclesia (kluge Jungfrauen) und * Synagoge (törichte Jungfrauen).
W. LEHMANN, Die Parabel von den K., Diss., Freiburg 1916; H. HEYNE, Das Gleichnis von den K., eine literarisch-ikonograph. Studie zur altchristl. Zeit, Leipzig 1922; B. WÄCHTER, Die Parabel v. den K. in der Dom- u. Kathedralplastik des MA im Wandel ihrer plast. Form u. Gesinnung, Diplomarbeit, Jena 1949; F. BELLMANN, Die K. und der Lettner des Magdeburger Domes, in: FS für H. Keller, Darmstadt 1963.
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