Kolonialstil , Bezeichnung für den Bau- und Möbelstil, der nach der Entdeckung Amerikas (1492) und der Auffindung des Seeweges nach Ostindien (1498) in den von den Europäern beanspruchten Gebieten (Kolonien) für Herrschafts- und Verwaltungsbauten verbreitet war.
In den Ländern mit spanischen oder portugiesischen Einfluss waren im Allgemeinen von Renaissance und Barock geprägte Mischformen üblich, in den von den Spaniern beherrschten Regionen zum Teil beeinflusst vom * Platereskenstil. Vor allem in den englischsprachigen Kolonien war anfangs ein neogotisch orientierter Stil und dann ein * klassizistisch ausgerichteter, vom * Palladianismus geprägter Stil gebräuchlich. Im Allgemeinen wurden, wenn auch verzögert und in etwas abgewandelter Form, in den Kolonien die stilistischen Tendenzen des Mutterlandes übernommen. In Nordamerika wird der Kolonialstil oft auch * Federal Style genannt.
Documentos de arte colonial sudamericano, 12 Bde., Buenos Aires 1943-60; P. KELEMEN, Baroque and Rococo in Latin America, New York 1951; H. MORRISON, Early American Architecture from the First Colonial Settlements to the Nat. Period, New York 1952; E. D. MARCO, La arquitectura baroca en el Peru, Madrid 1957; G. KUBLER, Art and Architecture of Spain and Portugal and their American Dominions, Harmondsworth 1959; M. Y. BUSCHIAZZO, Historia de la arquitectura colonial en Iberoamerica, Buenos Aires 1961; Symposio El Barroco Latino-Americano, Rom 1980, Lima 1981; H. Ch. BUCH, Auf den Antillen. Spuren kolonialer Architektur, Köln 1986.
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