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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Konsulardiptychon , Bezeichnung für aus Elfenbein geschnitzte * Diptychen, die (einem Erlass aus dem Jahr 384 n. Chr. zufolge) nur von den römischen Konsuln in Auftrag gegeben werden durften.

Im Gegensatz zu den sonst anonymen Elfenbeinarbeiten aus dieser Zeit lassen sich die Konsulardiptychen durch die Namen der Konsuln meist genau datieren. In spätrömischer Zeit wurden jährlich zwei Konsuln gewählt, einer für den Westteil des Reiches, mit Residenz in Rom, und einer für die östliche Reichshälfte, mit Sitz in Konstantinopel. Anlässlich ihres Amtsantrittes verschenkten die Konsuln an Freunde und hochgestellte Persönlichkeiten aufwendig beschnitzte Elfenbeintafeln, deren Innenseiten zur Aufnahme der mittels Griffel eingetieften Schrift mit Wachs beschichtet waren. Manche der paarig hergestellten und wahrscheinlich durch Stangenscharniere verbundenen und * polychrom bemalten Elfenbeintafeln sind bis zu 40 cm hoch. Es sind 44 Tafeln erhalten, die Datierungen zwischen 406 bis 540 n. Chr. aufweisen und es ermöglichen, die Gestaltungsweisen der konstantinopolitanischen und der römischen Elfenbeinarbeiten zu vergleichen. 34 Tafeln konnten 18 verschiedenen Konsuln zugeordnet werden, bei den zehn restlichen Objekten sind die Auftraggeber nicht zu eruieren.

Während die bekannten, aus dem 5. Jh. stammenden Konsulardiptychen auf römische Konsuln zurückgehen, kann bei fast allen Exemplaren aus dem 6. Jh. Konstantinopel als Provenienz angenommen werden. Bei dem frühesten der erhaltenen Konsulardiptychen handelt es sich um das im Domschatz von Aosta aufbewahrte Probus-Diptychon, das mit 406 datiert ist; das späteste gab Konsul Justinus im Jahr 540 in Auftrag. 541 n. Chr. wurde das Konsularamt auch in Ostrom abgeschafft, in Westrom schon 534. Manchmal sind auf der Vorderseite der Konsulardiptychen die Konsuln in festlicher Gewandung (mit dem Zepter in der linken Hand), auf einem Thron sitzend dargestellt. In der erhobenen Rechten halten sie bisweilen die "mappa circensis", ein gefaltetes Tuch, mit dem im Zirkus das Zeichen zum Beginn der Spiele gegeben wurde. Unterhalb dieses Mittelstücks findet man zuweilen in zwei Etagen Zirkusszenen wiedergegeben. Oberhalb des giebelartigen Abschlusses des Thrones sind oft * Genien und Bildnismedaillons zu sehen.

R. DELBRUECK, Die Consulardiptychen u. verwandte Denkmäler. Studien zur spätantiken Kunstgesch., 2 Bde., Leipzig 1929; H. FUHRMANN, Studien zu den Consulardiptychen u. verwandten Denkmälern, in: Röm. Mitteilungen 54, 1934; G. EGGER, Zum Datierungsproblem in d. spätantiken Kunst, in: Jahrb. der Kunsthistor. Sammlungen in Wien, Bd. 64, 1968; W. F. VOLBACH, Elfenbeinarbeiten der Spätantike u. des frühen MA, Mainz 1976; H. GABELMANN, Der Tribunaltypus d. Consulardiptychen u. seine Vorgesch., in: Classica et Provincialia, FS für E. Diez, Graz 1978; K. B. SHELTON, The Diptych of the Young Office Holder, in: Jahrb. f. Antike u. Christentum 25, 1982.


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