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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Kopie , lateinisch copia, "Fülle", "Vorrat",

Heute meist im Sinn von Vervielfältigung gebrauchter Ausdruck (* Pause). In der Bildenden Kunst bezeichnet der Terminus die Nachbildung eines Originals von fremder Hand, wozu das ursprüngliche oder auch ein anderes Material bzw. Verfahren verwendet werden können.

Kopien wurden einerseits zu Studienzwecken in den * Akademien hergestellt, andererseits als billiger Dekor verwendet. Es ist auch üblich, eine Kopie anzufertigen, wenn das Original sehr wertvoll ist und vor Diebstahl (etwa Schmuck) oder der Witterung (im Freien stehende Plastik) geschützt werden soll. In der Bildhauerkunst wurden wohlfeile Kopien früher häufig in Form von Gipsabgüssen oder als * Galvanoplastik hergestellt, heute meist als Kunststoffabguss.

Besonderer Wertschätzung erfreuten sich die Werke von Kopisten im römischen Reich (vgl. * Lotrahmen). Durch sie haben wir Kenntnis vieler griechischer Skulpturen, die als Originale nicht erhalten sind. Eine vom Künstler selbst in gleicher Technik hergestellte Wiederholung eines eigenen Werkes wird als * Replik oder, bei geringfügigen Abweichungen vom Original, als zweite bzw. dritte Fassung bezeichnet. In betrügerischer Absicht hergestellte Kopien heißen Fälschungen oder Falsifikate. Vgl. * Faksimile.

G. LIPPOLD, Kopien und Umbildungen griechischer Statuen, München 1923; G. F. HARTLAUB, Meisterk. in: Die Kunst für alle, Jg. 56, 1941; R. HAMANN, Original und Kopie, in: Marburger Jahrb. für Kunstwissenschaft, 1949/50; G. LIPPOLD, Antike Gemäldek., in: Abhandlung der Bayr. Akad. der Wiss., Phil.-hist. Klasse, NF 33, 1951; H. LADENDORF, Antikenstudien. u. Antikenk., Berlin 1953; A. SCHMITT, G. da Fabriano und der Beginn der Antikennachzeichnung, in: Münchner Jahrb. XI, 1960; K. E. MAISON, Bild und Abbildung. Meisterwerke von Meistern kopiert und umgeschaffen, München 1960; G. M. A. RICHTER, How were the Roman Copies of Greek Portraits made, in: Röm. Mitt. 69, Mitteilungen des Dt. Archäolog. Instituts, Röm. Abteilung, Heidelberg 1962; Ch. v. HEES-LANDWEHR, Griech. Meisterwerke in röm. Abgüssen. Der Fund von Baia, Kat., Frankfurt/M. 1982; E. HAVERKAMP-BEGEMAN, Creative copies. Interpretative Drawings from Michelangelo to Picasso, Kat., New York 1988.


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