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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Krayonmanier , Crayonmanier, Kreidemanier, von französisch craie, "Kreide" bzw. crayon, "Zeichenstift",

Vor allem im 18. Jh. als Kupferdrucktechnik angewendetes * Tiefdruckverfahren. Zunächst wurde eine Kupferplatte mit einem harten * Ätzgrund versehen und in diesen vor allem mit der Échoppe, der * Roulette und dem * Mattoir gezeichnet. Vor allem die beiden letztgenannten Werkzeuge zerlegen die Linien einer Zeichnung in zahlreiche kleine Punkte. Danach erfolgte die Ätzung der Kupferplatte wie bei der * Radierung. Beim Abdruck vermittelt die rauhe Körnigkeit des Strichs ein ähnliches Aussehen wie bei * Kreide- oder * Rötelzeichnungen. Die Wirkung wurde manchmal durch die Verwendung von Farbpasten statt Druckerschwärze noch verstärkt. Als Erfinder der Krayonmanier gilt Jean Charles François (1717-1769), der sich ab 1740 eingehend mit dem Verfahren beschäftigte, doch soll der Engländer Arthur Pond (um 1705-1758) die Technik bereits 1735 angewendet haben. Meister der Krayonmanier waren in der 2. Hälfte 18. Jh. vor allem Gilles Demarteau (1722-1776) und Louis M. Bonnet (1743-1793), die auch mehrfarbige Ausführungen herstellten.

Bonnet entwickelte aus der Krayonmanier die so genannte "Pastellmanier". Sind die einzelnen Punkte sehr fein und scharf voneinander abgegrenzt, spricht man oft auch von * Punktiermanier - nicht zu verwechseln mit dem so genannten * Punktierstich, bei dem es sich um einen reinen * Kupferstich handelt, ohne Ätzverfahren. Im 19. Jh. wurde die Krayonmanier durch die * Lithographie ersetzt. Der Unterschied zwischen einer als Flachdruck ausgeführten Kreidelithographie und der Tiefdruck-Krayonmanier ist durch den bei der Krayonmanier vorhandenen * Plattenrand leicht feststellbar.

W. KOSCHATZKY, Die Kunst der Graphik, München 1988.


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