Kretische Kunst , minoische Kunst, auf der Insel Kreta ca. 2600 v. Chr. entstandene Kunstform.
Archäologische Funde in Knossos lassen auf die Besiedlung Kretas schon im * Neolithikum (5500-2600 v. Chr.) schließen. Die Kretische Kunst wird in mehrere Abschnitte eingeteilt.
1. Die Vor-Palastzeit, das Präpalatikum (2600-2000 v. Chr.); aus der Epoche stammen die frühesten Gegenstände der Kretischen Kunst.
2. Die ältere Palastzeit, das Protopalatikum (2000-1700 v. Chr.). Sie fällt zeitlich mit der Entstehung des nach König * Minos von Knossos benannten Minoischen Reiches zusammen, in dem Bildende Kunst und Architektur einen hohen Stellenwert einnahmen.
3. Die Jüngere Palastzeit, das Neopalatikum (1700-1400 v. Chr.); zu der Zeit erreichte die Kretische die höchste Blüte, wie Reste von Bauwerken, Goldschmiedearbeiten und Elfenbeinschnitzereien zeigen.
4. Die Nach-Palastzeit, das Postpalatikum (1400-1100 v. Chr.); die Epoche bedeutete durch die Eroberung der Insel durch die Mykener den Verlust der Eigenständigkeit der Kretischen Kunst und die Vermischung mit der mykenischen Kunst (vgl. * minoische Kunst, * mykenische Kunst).
W. SCHIERING, Funde auf Kreta, Göttingen, Frankfurt/M., Zürich 1976; H. MATTHÄUS, Die Bronzegefäße der kretisch-mykenischen Kultur, Diss. Hamburg 1977, München 1980; P. BLOME, Die figürliche Bilderwelt Kretas in der geometrischen und früharchaischen Periode, Diss. Basel 1975, Mainz 1982; F. SCHACHERMEYR, Kreta zur Zeit der Wanderungen vom Ausgang der minoischen Ära bis zur Dorisierung der Insel, in: Sitzungsberichte Wien, Phil. hist. Klasse 355, 1979; A. PILALI-PAPASTERIOU, Die bronzenen Tierfiguren aus Kreta, Diss. Frankfurt/M. 1981, München 1985; A. KOFOU, Kreta: sämtl. Mus. und archäol. Stätten, Freiburg i. Br., Basel, Wien 1990.
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