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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Kreuz , von lateinisch crux, "Marterholz". Das Kreuz mit gleich langen Balken war schon im * Neolithikum bekannt. Es wird angenommen, dass es als Symbol für die Himmelsrichtungen und die Sonne diente. Im Altertum, speziell bei den Babyloniern und Hethitern, galt das Kreuz als Glücks- sowie Himmelssymbol und wurde mit oder ohne Sonnenscheibe dargestellt. Seit der Regierungszeit des römischen Kaisers Konstantin d. Gr. (324-337 n. Chr.) ist das Kreuz das am häufigsten gestaltete Objekt in der * christlichen Kunst, seit dem 6. Jh. meist in Form des * Kruzifixes. Die im westlichen Kulturkreis allgemein übliche Form ist das so genannte "Lateinische Kreuz".

Andere bekannte Kreuz-Formen sind:

  • Absatzkreuz, auch Stufenkreuz, Bezeichnung für ein Kreuz, dessen Balkenenden sich beidseitig in Form von Absätzen oder Stufen verbreitern.

  • Ägyptisches Kreuz, lat. Crux commissa, s. Antonius-Kreuz

  • Anch, s. Ankh.

  • Andreas-Kreuz, nach dem Apostel * Andreas benanntes X-förmiges Kreuz. Andere Namen für die Kreuzform sind Crux decussata, Burgundisches Kreuz, Schrägbalkenkreuz, Schragenkreuz und Schrägkreuz

  • Ankerkreuz, Anker, dessen Stamm mit einem Querbalken versehen ist.
  • Ankh, ägypt., "Leben", ägyptische Hieroglyphe in Form eines
    Schleifenkreuz Andere Namen sind Crux ansata (lat.), Henkelkreuz oder Nilschlüssel. Der Kreuzstamm ist oberhalb des Mittelbalkens als Schleife oder Öse ausgebildet. Auf ägypt. Wandbildern ist zu sehen, wie Götter die Pharaonen mit dem A. am Mund berühren, um ihnen damit Unsterblichkeit zu verleihen. Der A. galt als Sinnbild für die
    Belebung der Erde durch die Sonne. Aufgrund der Ähnlichkeit mit dem christlichen Kreuz wurde der Ankh von den koptischen Christen übernommen.

  • Antonius-Kreuz, (Attribut des hl. * Antonius), lat. Crux commissa,
  • Ägyptisches Kreuz Der kurze Querbalken befindet sich am oberen Ende des Kreuzstammes. Dieser "T"-Form wegen heißt der Typus auch * Taukreuz. Da die mit Christus gekreuzigten * Schächer oft auf einem A. dargestellt sind, wird die Kreuzform auch Schächerkreuz genannt. (Den gleichen Namen führt das Gabelkreuz, auf dem ebenfalls die Schächer oft dargestellt werden.) Angehörige des Antoniterordens trugen ein blaues Antonius-Kreuz auf ihrem schwarzen Mantel.

  • Apfelkreuz, ein so genanntes Lateinisches Kreuz mit runden, an einen Apfel erinnernden Ausformungen an den Balkenenden.

  • Astkreuz, ein Kreuz, dessen baumförmige Balken mit Aststümpfen versehen sind. Zumeist handelt es sich um ein Lateinisches Kreuz Es gibt aber auch Gabelkreuz, die als Astkreuz ausgeführt sind. Die schon in der Gotik gebräuchlichen Astkreuz ermöglichen die Assoziation mit dem "Baum des Lebens", der das * Paradies, d. h. das ewige Leben zurückbringen soll. Eine bekannte Darstellung eines Astkreuz befindet sich an der so genannte Bernwardstür des Hildesheimer Doms (1015). Im 19. Jh. wurden Astkreuz oft mit Wein- oder Efeulaub umwunden ausgeführt.

  • Baumkreuz, Kreuz in Form eines lebenden Baumes, zum Unterschied vom Astkreuz, das aus abgestorbenen knorrigen Ästen besteht. Baumkreuze tragen oft Eichenlaub und sind häufig mit Rosen geschmückt. Neben Blüten und Blättern sind manchmal fruchttragende Bäume oder auch ein Rebstock mit Trauben wiedergegeben. Die frühesten Darstellungen von Baumkreuzen finden sich auf * Miniaturen aus der Mitte 12. Jh. Beliebt war das Motiv auch bei * Tafelbildern aus dem 14. Jh. Plastisch gestaltete Baumkreuze stammen meist aus dem 19. Jh. Baumkreuze gelten wie die Astkreuze als Symbole des Lebensbaums und als Sinnbilder des Sieges über den Tod.

  • Brabanter-Kreuz, s. Kleeblattkreuz

  • Burgundisches Kreuz, s. Andreas-Kreuz.

  • Crux ansata, Synonym für * Ankh.

  • Crux commissa, lat., "zusammengefügtes Kreuz", Bezeichnung für das T-förmige * Taukreuz. Andere Namen für den Kreuztypus sind Ägyptisches Kreuz, Antoniuskreuz und Schächerkreuz

  • Crux decussata, Synonym für * Andreask.

  • Crux gammata, s. Hakenkreuz

  • Crux gemmata, mit * Gemmen besetztes (Vortrage-)Kreuz, auch Gemmenkreuz genannt.

  • Crux immissa, so genannte Lateinisches Kreuz, bestehend aus langem Standbalken, dem Kreuzstamm, und einem im oberen Drittel im rechten Winkel kreuzenden kürzeren Querbalken.

  • Deichselkreuz, Y-förmiges Kreuz, s. Gabelkreuz

  • Doppel-Kreuz, Kreuz mit zwei gleichlangen Querbalken, von denen einer im oberen und der andere im unteren Drittel des Kreuzstammes angebracht ist. Andere Namen für den Kreuz-Typ sind Jagellonen-Kreuz, Litauisches Kreuz, Slowakisches Kreuz und Vytautas-Kreuz

  • Dreiblattkreuz, s. Kleeblattkreuz

  • Erzbischofskreuz, Kreuz mit zwei Querbalken, deren oberer kürzer ist als der untere. Ein anderer Name für das Erzbischofskreuz ist Spanisches Kreuz

  • Gabel-Kreuz, Y-förmiges Kreuz, für das auch die Namen Deichselkreuz und Schächerkreuz üblich sind. Der Kreuztyp ist vor allem bei * Mystikerkruzifixen und Schächerdarstellungen gebräuchlich.

  • Gekreuztes Kreuz, auch Wiederkreuz Die vier Enden der sich in der Mitte rechtwinkelig kreuzenden gleichlangen Balken sind im äußeren Drittel mit einem kurzen Querbalken versehen. Jeder Halbbalken sieht deshalb wie ein eigenständiges Kreuz aus.

  • Gemmenkreuz, mit einer oder mehreren * Gemmen verziertes Kreuz Wenn nur eine Gemme Verwendung findet, so ist sie meist am Schnittpunkt der Kreuzbalken eingesetzt (s. a. Crux gemmata).

  • Griechisches Kreuz, aus zwei gleich langen, in der Mitte im rechten Winkel sich kreuzenden Balken bestehendes Kreuz

  • Hakenkreuz, Sanskrit (altind.) Swastika ("es geht gut"), lat. Crux gammata, griechisch Tetraskelon. Auf alte Sonnenradsymbole zurückgehendes Kreuz mit gleich langen, rechtwinkelig zueinander stehenden Balken, an deren Enden sich in die gleiche Richtung weisende rechtwinkelige, spitzwinkelige oder rundliche Fortsätze
    befinden (Wirbelmotiv). Die Variante, bei der die Balken im Uhrzeigersinn mit
    rechtwinkelig angeordneten Armen verlängert sind, wurde 1910 von G. List als
    "Heilszeichen der Arier" bezeichnet und wurde 1924 zum Emblem der
    Nationalsozialistischen Dt. Arbeiterpartei (NSDAP) erkoren. Seltener ist das dreibalkige Hakenkreuze, auch Triquetra, Triskele, Dreibein oder * Dreischenkel genannt.

  • Hammer-Kreuz, auch Krückenkreuz, Kruckenkreuz Alle vier Enden der beiden, sich in der Mitte rechtwinkelig kreuzenden gleichlangen Balken haben am äußeren Ende kurze Querbalken. Jedes Balkenviertel ist wie ein Hammer, eine Krücke oder wie ein Taukreuz ausgeführt.

  • Henkelkreuz, Synonym für Ankh.

  • Jagellonenkreuz, s. Doppelkreuz

  • Jerusalemer Kreuz In jedem der vier freien Feldern zwischen den
    Balkenvierteln befindet sich je ein kleines Kreuz

  • Johanniter-Kreuz, s. Malteser Kreuz

  • Kardinals-Kreuz, ausgebildet wie ein Lateinisches Kreuz, wobei mit Ausnahme des unteren Abschlusses des Standbalkens alle Balkenenden in der Form eines dreiblättriges Kleeblatts gestaltet sind. (Zum Unterschied vom Kreuz sind beim
    Kleeblattkreuz die beiden Balken gleich lang.)

  • Keltisches Kreuz, mit hohem Standbalken, kurzem Querbalken und Kreis um den Schnittpunkt der Balken gestaltetes Kreuz

  • Kleeblatt-Kreuz, auch Brabanter Kreuz oder Lazarus-Kreuz Alle vier Enden der beiden gleich langen, in der Mitte sich rechtwinkelig kreuzenden Balken laufen in Form eines dreiblättrigen Kleeblattes aus.

  • Konstantinisches Kreuz, X-förmiges Kreuz, durch dessen Mittelpunkt vertikal ein gleichgroßes "P" verläuft. Das Kreuz wird auch als * Christusmonogramm
    bezeichnet.

  • Kreuz der Theophanie, ein mit den Buchstaben Alpha und Omega versehenes Kreuz

  • Kreuzstab, Bezeichnung für einen Stab, dessen oberes Ende kreuzförmig ausgebildet ist, s. * Kreuzstab (im Textteil).

  • Krückenkreuz, Kruckenkreuz, s. Hammerkreuz

  • Lateinisches Kreuz, Crux immissa. Es besteht aus einem langen Kreuzstamm mit kurzem Querbalken im oberen Drittel. Da Jesus der Tradition nach an einem solchen Kreuz den Tod fand, wird es auch Passionskreuz genannt.

  • Lazarus-Kreuz, Synonym für Kleeblattkreuz und Dreiblattkreuz

  • Litauisches Kreuz, anderer Ausdruck für Doppelkreuz

  • Lorraine-Kreuz, s. Lothringer Kreuz

  • Lothringer Kreuz, auch Lorraine-Kreuz oder Patriarchen-Kreuz Es hat zwei Querbalken, von denen der untere länger ist als der obere.

  • Malteser-Kreuz, auch Johanniter-Kreuz Jede Balkenhälfte der beiden gleich langen, in der Mitte sich rechtwinkelig kreuzenden Balken verbreitert sich nach außen zu und ist am Ende schwalbenschwanzförmig gegabelt. Die acht Spitzen der Gabelungen sollen die Rittertugenden versinnbildlichen.

  • Nilschlüssel, Synonym für Ankh.

  • Orthodoxes Kreuz, s. Russisches Kreuz

  • Papstkreuz, Kreuz mit drei, nach oben zu kürzeren Querbalken.

  • Passionskreuz, s. Lateinisches Kreuz

  • Patriarchenkreuz, s. Lothringer Kreuz.

  • Patrickskreuz, rotes Andreaskreuz auf weißem Grund, seit Ende 17. Jh. Symbol Irlands. Ab 1783 Abzeichen des Patricksordens; seit 1801 in die britische Nationalflagge (Union Jack) aufgenommen.

  • Peters-Kreuz, Petruskreuz auf den Kopf gestelltes Lateinisches Kreuz, d. h. der Querbalken ist im unteren Drittel angebracht.

  • Radkreuz, Ringkreuz, s. Sonnenkreuz

  • Ringkreuz,Synonym für Radkreuz.

  • Russisches Kreuz, auch Orthodoxes Kreuz Das Kreuz hat drei Querbalken, deren unterster von links oben nach rechts unten schräg abfällt.

  • Sankt-Georgs-Kreuz, auch Tatzen-Kreuz Jedes Balkenviertel der beiden gleich langen, in der Mitte sich rechtwinkelig kreuzenden Balken verbreitert sich gleichmäßig nach außen zu den Balkenenden.

  • Schächerkreuz, Y-förmiges Kreuz, s. Gabelkreuz Manchmal wird auch das Taukreuz als Schächerkreuz bezeichnet.

  • Scheibenkreuz, mit einer runden, meist verzierten Scheibe unterlegtes
    Lateinisches Kreuz Scheibenkreuze bestehen oft aus Metall und waren besonders vom 11.-13. Jh. üblich. (Zum Unterschied vom Scheibenkreuz hat das so genannte Sonnenkreuz gleich lange Balken.)

  • Schrägbalkenkreuz, s. Andreaskreuz

  • Schragenkreuz, s. Andreaskreuz

  • Schrägkreuz, s. Andreaskreuz

  • Slowakisches Kreuz, s. Doppelkreuz

  • Sonnenkreuz, Radkreuz, Ringkreuz, in einen Kreis eingezeichnetes Kreuz mit gleich langen, in der Mitte einander rechtwinkelig schneidenden Balken. S. dienten in der * Bronzezeit als Sonnensymbole. In der christl. Kunst sind S. vor allem für die Romanik charakteristisch.

  • Spanisches Kreuz, s. Erzbischofskreuz

  • Staffelkreuz, Synonym für Treppenkreuz

  • Stufenkreuz, Synonym für Absatzkreuz

  • Swastika, s. Hakenkreuz

  • Tatzen-Kreuz, s. Sankt-Georgs-Kreuz

  • Taukreuz, "T"-förmiges Kreuz. Der Name leitet sich vom griechischen Buchstaben Tau (T) ab. Die lateinische Bezeichnung ist Crux commissa, s. a. Antonius-Kreuz

  • Tetraskelon, s. Hakenkreuz

  • Treppenkreuz, auch Staffelkreuz genannt. Jeder Balkenteil der beiden gleich langen, in der Mitte sich rechtwinkelig schneidenden Balken verbreitert sich staffel- oder treppenförmig nach außen zu.

  • Unbesiegtes Kreuz, Bezeichnung für ein Lateinisches Kreuz, an dessen oberem Balkenende das * Christusmonogramm angebracht ist.

  • Vytautaskreuz, s. Doppelkreuz.

  • Wiederkreuz, s. Gekreuztes Kreuz

J. STOCKBAUER, Kunstgeschichte des Kreuzes, Schaffhausen 1870; K. JAEGER, Zur Geschichte u. Symbolik des Hakenkreuzes, Leipzig 1921; E. DINKLER, Zur Gesch. des Kreuzsymbols, in: Zeitschr. für Theol. und Kirche 48, 1951; F. J. DÖLGER, Beitr. zur Gesch. des K.zeichens, in: Jahrb. für Antike und Christentum, Jg. 1-3, 1958-60; K. WESSEL, Die Entstehung des Kruzifixus, Byzantin. Zeitschrift 53, 1960; R. BAUERREIS, Zur Ikonographie des griech. K., in: Byzantin. Forsch. 3, 1968; P. STEINER, Arbeiten zum Thema K., in: Das Münster 28, 1975; R. GUÉNON, Die Symbolik des K., Braunschweig 1987.


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