Kreuzesholz . Dem Bericht im Pseudo-Evangelium des Nikodemus zufolge schickte * Adam, als er sein Ende nahen fühlte, seinen Sohn Seth zum Tor des * Paradieses, mit der Bitte, ihm das Öl der Barmherzigkeit vom Baum des Mitleids zu bringen. Seth bekam jedoch stattdessen vom * Erzengel Michael einen Zweig vom Baum der Erkenntnis, dessen Früchte der Grund für den Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies gewesen waren. Aus diesem Holz würde nach den Worten des Engels Heilung erwachsen.
Andere * apokryphe Schriften berichten, Adams Sohn habe ein Reis (einen Zweig) des Lebensbaumes erhalten, der neben dem Baum der Erkenntnis mitten im * Garten Eden wuchs. Da Adam bei der Rückkehr Seths schon tot war, pflanzte dieser den Zweig auf das Grab. Das Holz aus dem daraus gewachsenen Baums soll zur Befestigung der * Ehernen Schlange gedient haben, und, nachdem es lange Zeit im Teich von Bethesda in Jerusalem gelegen war, für das Kreuz Christi verwendet worden sein. Der Legende nach wurde das Kreuz von der hl. * Helena gefunden (* Kreuzauffindung). Bei vielen * Reliquien wird angegeben, dass es sich um eine Partikel des Kreuzes Christi handle. Da früher für jede Kirche eine Partikel des Kreuzes Christi gefordert wurde, war es notwendig, Berührungsreliquien herzustellen (* Brandeum).
P. MAZZONI, La leggenda della Croce nell'arte italiana, Florenz 1914; E. RAMP, Die Legende vom Hl. Kreuz - ihre Bedeutung u. ihr geschichtl. Hintergrund, in: Winterthurer Jahrb. 1969; H. KRAUSS, E. UTHEMANN, Kreuzlegenden, in: Was Bilder erzählen. Die klassischen Gesch. aus Antike u. Christentum in der abendländ. Malerei, München 1988.
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