Kreuzgang , ein meist flach gedeckter, um einen quadratischen bzw. rechteckigen Kirchhof oder Klosterhof geführter, im Allgemeinen an der Südseite einer Kloster- oder Domkirche gelegener Arkadengang, der an den anderen drei Seiten von Gebäuden begrenzt wird, die dem gemeinsamen Leben der Mönche oder Domherren dienen.
Säulen und Arkaden sind dem jeweiligen Baustil entsprechend oft reich verziert. Konchenartig zum Hof hin ausgebaut befindet sich, meist der Tür zum * Refektorium gegenüber, das Brunnenhaus (Tonsur). Über dem Kreuzgang kann sich noch ein zweiter Gang befinden, wie etwa in den Kreuzgängen der Deutschordensburgen (* Deutscher Orden). Durch die Überdachung geschützt, konnte man die den Hof umschließenden Bauten bequem erreichen. Der Klosterhof und auch der Kreuzgang dienten früher als Begräbnisstätte für Domherren, Mönche und Personen, die, meist großzügiger Spenden wegen, dieses Privilegs teilhaftig wurden. Der Ursprung dieser Bauform ist im Atrium oder in den * Peristylanlagen antiker Wohnbauten zu suchen. Der Name Kreuzgang stammt von den Kreuzprozessionen, die in solchen Gängen stattfanden.
J. SCHMIDT, Die Bestandteile des mittelalterlichen Kreuzganges und sein durch Natur und Architektur gestalteter Raum in der abendländisch-europäischen Klosterbaukunst, Diss. Bochum 1987; R. LEGLER, Der K. Ein Bautypus des MA, Diss. München 1985, Frankfurt/M. 1989.
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