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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Kreuztragung , Bezeichnung für den Kreuzweg Christi, vom Palast des römischen Präfekten * Pilatus nach * Golgatha.

Jesus musste das Kreuz selbst tragen. Außerbiblischen Überlieferungen zufolge brach er, geschwächt durch die vorangegangenen Peinigungen, unter der schweren Last dreimal zusammen. Die Kriegsknechte sollen deshalb * Simon von Cyrene - er war auf dem Heimweg von der Feldarbeit - gezwungen haben, Jesus beim Tragen des Kreuzes behilflich zu sein.

Nach 1400 wurde in der christlichen Kunst das Veronika-Motiv bei Kreuztragungsdarstellungen eingefügt. Veronika, eine einfache Frau aus dem Volk, soll der Legende nach Jesus ihr Schweißtuch gereicht haben, auf dem sich das Antlitz Christi als * Vera Ikon (griechich-lateinisch, "wahres Bild"), einprägte (* Schweißtuch der Veronika). Zunächst gab es in der Veronika-Legende noch keinen Zusammenhang zur Kreuztragung. Es heißt nur, dass eine von Jesus vom Blutfluss geheilte Frau auf ihre Bitte ein Tuch mit dem wahren Abbild Christi als Andenken bekam. Aus dem Terminus vera ikon soll dann der Name "Ver(a) (ik)on - ika" abgeleitet worden sein. Auf Veronikabildern aus der Zeit vor 1400 ist Jesus, der ursprünglichen Legende entsprechend, ohne * Dornenkrone wiedergegeben. Erst nach 1400 wurde das Veronika-Motiv mit der * Passion in Verbindung gebracht.

Ursprünglich wurde die Leidensgeschichte durch die Kreuztragung symbolisiert. Ab dem 15. Jh. erfolgte die Darstellung des Leidens Christi, von der * Gefangennahme bis zur * Kreuzabnahme, dann in Form von sieben meist gemalten so genannten * Kreuzwegstationen. Im Zuge der Rekatholisierung protestantisch gewordener Regionen (Gegenreformation) erhöhte sich die Darstellung der * Passion auf insgesamt 14 Stationen, die in katholischen Kirchen meist als gemalte Bilder zu finden sind.

In manchen * Wallfahrtsstätten wurde im Freien ein kleiner Hügel als * Kalvarienberg verwendet oder ein künstlicher Hügel angelegt, wobei dann die Kreuzwegstationen oft rundplastisch gestaltet sind. Vor allem während der Osterzeit werden solche Kalvarienberge von den Gläubigen aufgesucht, die dann bei Erreichen der einzelnen Stationen im Gebet verharren.

M. HARTIG, Der Kreuzweg als Kircheneinrichtungsstück einst, jetzt und in Zukunft, in: Die christl. Kunst XXXII,1935/36; U. ULBERT-SCHEDE, Das Andachtsbild des kreuztragenden Christus in der dt. Kunst von den Anfängen bis zum Beginn des 16. Jh., München 1968; B. WILK, Die Darstellung der K. und verwandter Szenen bis um 1300, Diss. Tübingen, Bamberg 1969; F. THÜRLEMANN, Geschichtsdarstellung als Geschichtsdeutung. Eine Analyse der K. aus dem Pariser Zeichnungsbd. des J. Bellini (fol. 19), in: Der Text des Bildes. Möglichkeiten u. Mittel eigenständiger Bilderzählung (Hg. W. Kemp), München 1989.


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