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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Krinoline , von italienisch crino, "Rosshaar", und italienisch lino, "Flachs",

Bezeichnung für den seit 1839 von den Damen unter dem Kleid verwendeten formgebenden weiten, aus Flachs und Rosshaar bestehenden Reifrock; hinzu kamen noch 5-6 andere Unterröcke. Bis ca. 1850 hatte die Krinoline einen runden Durchmesser. Ab 1856 wurde der Unterrock durch ein Gestell aus Stahldrähten und * Fischbein nach hinten ausgebaut oder elliptisch, d. h. seitlich erweitert.

Bei teuren Kreationen, wie etwa der Firma Thomsen, die Niederlassungen in vielen europäischen Städten sowie in New York unterhielt, wurde für die Versteifungsreifen feiner, mit Garn umsponnener Uhrfederstahl verwendet. Die ganze Reifenkonstruktion wog dann nur etwa ein Kilogramm. Wesentlich schwerer war da schon der ca. 8 bis 10 Meter lange und 0,90 Meter breite Stoff. Gegen 1860 fand die Krinoline-Mode Eingang in breite Gesellschaftsschichten. Die Reifen wurden nun in den Unterteil des Kleides eingearbeitet, und der Name Krinoline ging auf das Kleidungsstück selbst über.

Die Taille der Trägerin war geschnürt und der Oberteil des Kleids entweder hochgeschlossen oder dekolletiert. Aufwendig wurden manchmal die Ärmel ausgeführt, die oft aus einem bis zum Ellbogen herabfallenden weiten Überärmel und einem bis zum Handgelenk reichenden Unterärmel bestanden. Die Damen versuchten einander durch ausladende Formen ihrer Kleidung zu übertreffen, bis die Roben der großen Dimensionen wegen untragbar und gegen 1870 von der * Tournure und in weiterer Folge vom * Cul de Paris abgelöst wurden.

E. THIEL, Geschichte des Kostüms, Berlin 1987; I. LOSCHEK, Reclams Mode- und Kostümlexikon, Ditzingen 1988; R. KARNER, Krinolinenzeit, 161. Sonderausstellung des Historischen Museum der Stadt Wien, Wien 1992/93.


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