Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Krippe , Weihnachtskrippe. Das Lukasevangelium (2,7) berichtet, dass Maria das Jesuskind in eine Krippe legte, weil Maria und Josef in Bethlehem, der Geburtsstadt * Davids, keine freie Herberge fanden.

Es war zu der Zeit ein Aufruf erfolgt, dass sich jeder, seiner Herkunft gemäß, in Steuerlisten eintragen lassen müsse, weshalb Josef, der aus dem königlichen Haus Davids stammte, nach Bethlehem reisen musste. Neueren Forschungen zufolge könnte Maria den Gottessohn in einer der am Ostrand von Bethlehem gelegenen Höhlen zur Welt gebracht haben, die als Ställe verwendet wurden. In den Felswänden eingemeißelt sind Tröge zu finden, die den Tieren als Futterkrippen dienten. Als Krippe oder Weihnachtskrippe bezeichnet werden heute zumeist die kommerziellen oder der * Volkskunst angehörenden Darstellungen des Stalles, mit der * Heiligen Familie als Zentralmotiv. Zu sehen sind für gewöhnlich auch ein Ochse und ein Esel, Bezug nehmend auf das Pseudo-Matthäusevangelium, in dem es heißt, Maria habe das Jesuskind am dritten Tag nach seiner Geburt in eine Krippe gelegt und Ochs und Esel beteten es an. Hingewiesen wird in dem Zusammenhang auch auf die Worte des Propheten Habakuk, der sagte: " Zwischen zwei Tieren wirst du erkannt."

Dargestellt wird weiters die * Anbetung des Jesuskindes durch die Hirten und, ab dem 6. Jänner, die * Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige. Die erste bezeugte Krippe des deutschsprachigen Raums war im Jahr 1603 in der Michaelskirche in München aufgestellt. In Italien soll es der Überlieferung nach im Gebiet von Neapel bereits im 16. Jh. Krippenfiguren gegeben haben. Frühe Exemplare bestehen aus Holz, * Terrakotta, Wachs oder * Papiermaché. Es gibt aber auch Krippen aus Elfenbein, Porzellan und, in Form * silhouettierter Figuren, aus festem * Papier oder Karton, heute auch aus Kunststoff. Besonders reich ausgestattete für den sakralen Gebrauch vorgesehene Krippen stammen aus dem 18. Jh. In Privathäusern erlebte die Weihnachtskrippe im 19. Jh. einen Höhepunkt. Als Krippenschnitzer gelten vor allem Tiroler und Südtiroler Bildhauer. Die Schnitzer im Grödnertal sind noch heute auf die Herstellung von Krippen spezialisiert. Einfachere Krippen stammen aus Berchtesgaden, wo gleichfalls in alter Tradition heute noch Krippen hergestellt werden. Gewerbsmäßige Krippenschnitzer gab es ferner im Erzgebirge. Krieppenfiguren zählten aber auch zum Œuvre namhafter Künstler wie Ignaz Günther (1725-1775) und zu den Werken von Mitgliedern der Bildhauerfamilie Schwanthaler.

Das Diözesanmuseum Brixen verfügt über eine eigene Krippenschau. Auch im Bayerischen Nationalmuseum in München sind Weihnachtskrippen ausgestellt. Auf die Vorweihnachtszeit begrenzt ist z. B. die alljährlich in Wien in der Peterskirche stattfindende Krippenschau. Als Einheit (etwa in Form eines * Dioramas) zusammengefasste Darstellungen der * Passion Christi wird "Fastenkrippe" genannt.

Krippen im Erzgebirge, Schwarzenberg 1934; A. STEFANUCCI, Die erste Krippenbibliographie. Ausstellung in Rom, in: Der bayrische Kunstfreund 1948; R. BERLINER, Die Weihnachtskrippen, München 1955; A. WALZER, Schwäbische Weihnachtskrippen aus der Barockzeit, Konstanz 1960; W. DÖDERLEIN, Alte Krippen, München 1960; M. BACHMANN, Krippenschnitzerei im sächsischen Erzgebirge, in: Die Weihnachtskrippe 32, 1965; N. GRASS (Hg.), Weihnachtskrippen in Österreich, Sammelbd., Innsbruck 1966; W. FANDERL, Schwanthaler-Krippen, Rosenheim 1974; I. KOSCHIER, Weihnachtskrippen in Kärnten, Klagenfurt 1978; E. HUTTER, Die Krippensammlung des Salzburger Museum u. Abwehrzauber und Gottvertrauen - Kleinodien Salzburger Volksfrömmigkeit, Weihnachtsausst. 1985/86, Salzburg 1985; A. LEEB, Bibliographie zur Weihnachtskrippe, Salzburg 1985; E. EGG, Das Tiroler Krippenbuch, Innsbruck 1985; M. WALZ, K. im Kölner Raum, Köln 1988; K. MAYER, G. KAPFER, Weihnachtskrippen aus Garsten, Steyr, Christkindl, Linz 1992.


<< Kriotissa Kris >>


Vertiefen Sie Ihr Wissen über Kunst!
Testen Sie unseren Gratisservice Kunstbegriff des Tages. Auf Wunsch erhalten Sie täglich oder wöchentlich per E-Mail einen Begriff aus dem Kunstlexikon geschickt.
Mehr Informationen »

Das Kunstlexikon für das iPhone!
Sie können das Kunstlexikon auch in einer für das iPhone optimierten Version ansehen. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link.
Jetzt öffnen »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

Ingo Victor ... >

Lot 4 AK ex ... >



Aktuelle Objekte:

Elefantenrüs... >

Romance Pear... >