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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Krone , von griechisch koronos, "krumm", und lateinisch corona, "Kranz", "Krone",

1) als Hoheitszeichen verwendeter Kopfschmuck (* Reichsinsignien). Bei * Heiligen und * Märtyrern gilt die Krone auch als Ehrenzeichen für ein gottgefälliges Leben. Entwickelt hat sich die Krone aus der durch einen Metallreif ersetzten Stirnbinde (* Diadem). Um ein Kreuz befestigen zu können, ließ der christliche Kaiser Justinian d. Gr. an der reifenförmigen Krone Bügel anbringen, die dann von einem Kreuz überhöht wurden, wodurch die erste Bügel- oder * Spangenkrone entstand. Im Laufe der Geschichte entwickelten sich verschiedene Kronenarten. Von den allgemein üblichen Formen weichen u. a. ab: die * Mauerkrone, die ungarische * Stephans-Krone und die als * Eiserne Krone bezeichnete lombardische Königskrone aus der 2. Hälfte 9. Jh., die als ältestes erhaltenes Beispiel einer Krone gilt. Weitere frühe Kronen gehören zu dem Fund von Toledo; dabei handelt sich um westgotische Kronen aus der Völkerwanderungszeit. In der Wiener Schatzkammer aufbewahrt wird die aus dem 10./11. Jh. stammende alte römisch-deutsche Kaiserkrone, die im wesentlichen aus acht kreisförmig angeordneten, oben halbkreisförmigen Goldschildchen besteht, die mit Emailarbeiten sowie edlen Steinen verziert sind und von einem aus späterer Zeit stammenden Bügel mit bekrönendem Kreuz überhöht werden. Die so genannte Papstkrone heißt * Tiara. Seit dem 14./15. Jh. sind in der * Heraldik die Adelskronen als * Rangkronen ausgebildet, wobei die Anzahl der Zinken oder Perlen den Adelsrang angeben.

2) Verschiedene Münzen, wovon die 1340 geprägte französische Couronne d'or die älteste ist. Bezeichnung auch für die durch den Wiener Münzvertrag vom 24. Jänner 1857 als Verrechnungsmünze des deutschen Münzvereins in Deutschland eingeführte Goldmünze mit einem Durchmesser von 24 mm. Ihr * Feingehalt beträgt 900/1000, wonach 45 Kronen ein Pfund wiegen oder 1 Münze 11 1/9 g. Die Vorderseite der Krone zeigt das Bildnis des Landesherrn und bei der freien Stadt Frankfurt das Wappen der Stadt. Es folgte die durch das deutsche Reichsmünzgesetz eingeführte und als Krone bezeichnete deutsche 10-Mark-Münze mit einem Feingehalt von 900/1000 und einem Gewicht von 3,9825 g. Die 20-Mark-Münze heißt "Doppelkrone" und die 5-Mark-Münze "halbe Krone". Mit 1. Jänner 1900 wurde in der österreich-ungarischen Monarchie der * Gulden durch die Kronen-Währung ersetzt, wobei eine Silber-Krone einem halben Gulden oder 100 * Hellern entsprach. Goldmünzen gab es zu 20 und zu 10 Kronen. Die Krone war namengebend für die heute noch existente "Kronen-Zeitung". Das Monatsabonnement dieser Zeitung kostete eine Krone, die Einzelnummer vier Heller, d. h. weniger als eine Semmel, deren Preis fünf Heller betrug. In Skandinavien und in anderen Ländern sind Kronen-Münzen heute noch in Verwendung.

3) Kurzbezeichnung für Lichtkrone und * Kronleuchter.

Lit. 1): H. THOMA, Kronen u. Kleinodien. Meisterwerke des MA u. d. Renaissance aus der Schatzkammer der Residenz München, München 1955; H. BIEHN, Die K. Europas und ihre Schicksale, Wiesbaden 1957; J. DÉER, Die hl. K. Ungarns, Graz 1966; H. BIEN, Alle K. dieser Welt, München 1974; J. ADLER, K., Herrschaftszeichen der Welt, Wuppertal 1976; E. KUBIN, Die Reichskleinodien, Wien, München 1991.

Lit. 2): R. KLIMPERT, Lex. der Münzen, Maße, Gewichte... aller Länder der Erde, Berlin 1896.


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