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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Kronleuchter , allgemeine Bezeichnung für einen von der Decke herabhängenden repräsentativen * Leuchter mit mehreren Lichtquellen. Kronleuchter wurden früher auch Krone oder Lichtkrone genannt. Die Termini leiten sich von den im Mittelalter üblichen runden, von der Decke an Ketten herabhängenden, aus einem kronenförmigen Metallkranz (aus Schmiedeeisen oder getriebenem Kupferblech) bestehenden Leuchtern ab. Vgl. * Radleuchter. Diese vor allem in romanischen Kirchen gebräuchlichen Lichtkronen hatten einen Durchmesser von bis zu 7 Metern, und die Anzahl der verwendeten Kerzen konnte bis zu 100 betragen. Es gab runde und 12- bzw. 24-eckige Formen. Die eckigen Exemplare trugen meist * Zinnen und waren mit zwölf Tortürmchen bestückt, sinnbildhaft für das befestigte "himmlische Jerusalem". An der Innenseite solcher Leuchter befand sich ein Ring mit Halterungen für die Kerzen, deren Licht durch die schießschartenähnlichen Ausnehmungen und Tore leuchtete. Die Kerzen wurden ursprünglich auf Dorne gesteckt (* Dornleuchter), später dienten * Tüllen zu deren Befestigung.

In der Aachener Pfalzkapelle befindet sich eine von drei original erhaltenen Lichtkronen. Sie wurde von Kaiser Barbarossa sowie seiner Gemahlin Beatrix in der Zeit zwischen 1165-70 gestiftet und ist mit einer zweizeilig umlaufenden Inschrift versehen, die auf Jerusalem verweist ("Jerusalem, himmlischer Sion, niedersteigend aus sternenglänzenden Fernen, schimmernd in lauterem Gold und leuchtend in kostbaren Steinen"). Die älteste der erhaltenen Lichtkronen wurde von Bischof Hezilo (1054-79) dem Dom zu Hildesheim geschenkt. Sie hat einen Durchmesser von sechs Metern und besteht aus vergoldetem Kupferblech, das * getriebene sowie in * Braunfirnis-Technik ausgeführte Ornamente und die Namen von Aposteln und Propheten aufweist.

Die dritte der erhaltenen Lichtkronen befindet sich in der ehemaligen Benediktinerklosterkirche Großkomburg und findet erstmals zwischen 1102 und 1108 Erwähnung. In der Renaissance waren so genannten * Leuchterweibchen in Form eines aus Geweihstangen bestehenden Hängeleuchters beliebt, mit einer aus Holz geschnitzten und farbig * gefassten weiblichen Halbfigur als Blickfang. Die Form stellt eine Weiterentwicklung der * Muttergottesleuchter dar. Die ersten mit geschliffenem, poliertem * Kristallglas verzierten Hängelampen nannte man Lüster, von französisch lustre, "Glanz".

Zum Unterschied von den nur aus einer Lichtquelle bestehenden * Ampeln werden heute alle repräsentativen Hängeleuchter mit mehreren Lichtquellen entweder als * Lüster, Luster oder als Kronleuchter bezeichnet, unabhängig von ihrem Aussehen und dem für die Herstellung verwendeten Material.

F. BOCK, Die K. Kaiser Friedrich Barbarossas, Leipzig 1864; A. KITT, Der frührom. K. und seine Symbolik, Diss. Wien 1944; F. KEUSCH, Zur Planung des Aachener Barbarossaleuchters, in: Aachener Kunstbl. 22, 1961; F. VALENTIN, Untersuchungen zur Kunst des 12. Jh. im Kloster Komburg, Diss. Freiburg i. Br. 1965; W. ARENHÖVEL, Der Hezilo-Radleuchter im Dom zu Hildesheim, Berlin 1975 (Rezension G. Bauer, in: Kunstchronik 29, 1976); V. H. ELBERN, Dom u. Domschatz in Hildesheim, Königstein i. T. 1979.


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