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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Kruzifix , das, bzw. Kruzifixus, der, von lateinisch crux, "Kreuz", und figere, "befestigen",

Bezeichnung für ein Kreuz mit Christusfigur. Der gekreuzigte Jesus ist entweder noch lebend (* crocefisso vivo) oder schon tot (* crocefisso morto) wiedergegeben.

Es gibt keine authentischen Quellen über die Art der * Kreuzigung Christi. Der Überlieferung nach waren die Gliedmaßen nicht am Kreuz angebunden, wie sonst üblich, sondern es wurden starke Nägel verwendet. Betreffend des meist dargestellten Annagelns der Hände, sollen im 19. Jh. Versuche an Toten ergeben haben, dass das Körpergewicht trotz Verwendung eines Stützbrettes (* Suppedaneum) für diese Art der Kreuzigung zu schwer gewesen wäre, und es wurde deshalb angenommen, dass die Unterarme oberhalb der Handgelenke angenagelt gewesen sein müssen. Eine Nagelung durch die Handwurzeln ist beispielsweise schon bei den von Georg Petel (1601/02-1634) in * jansenistischer Manier gestalteten Kruzifix zu finden (* jansenistischer Christus).

Die Beine des Gekreuzigten wurden bei frühen Kruzifixen nebeneinander am Kreuz angebracht (* Viernagel-Typus). Seit der Gotik ist der * Dreinagel-Typus gebräuchlich, bei dem die Beine übereinandergeschlagen und beide Füße von nur einem Nagel durchbohrt sind. Für das häufig unter den Füßen des Gekreuzigten befindliche Stützbrett findet in der Kunst der lateinische Terminus * Suppedaneum Verwendung. Bis zur Gotik wird Jesus meist mit dem * Colobium bekleidet, in gerader unbewegter Haltung und mit ruhigem Ausdruck dargestellt (* Christkönig).

Seit der Gotik trägt Christus im Allgemeinen nur das Lendentuch (* Perizoma), ist vom Leiden gezeichnet oder bereits tot. Der in der Literatur gebräuchliche Terminus "Elfenbeinkruzifix" bezeichnet für gewöhnlich nur die aus Elfenbein geschnitzte Christusfigur, das Kreuz besteht im Allgemeinen aus Holz. Manchmal sind auch das * INRI-Schildchen, der am Fuße des Kreuzstammes liegende * Schädel Adams und zwei gekreuzte Knochen aus Elfenbein.

Beim so genannten jansenistischen Typ, zurückgehend auf Cornelius Jansen (* Jansenismus), sind die Arme Christi nicht seitlich, sondern nach oben ausgestreckt (jansenistischer Christus). Diese Gestaltungsart ermöglicht trotz der nur begrenzten Stärke eines Stoßzahns die Herstellung auch ziemlich großer Figuren aus einem einzigen Stück Elfenbein, ohne dass die Arme angestückt werden müssen. Eine von einem Kreuz losgelöste Christusfigur wird für gewöhnlich * Korpus genannt. Umgangssprachlich werden häufig auch Kreuze ohne Christusfigur als Kruzifix bezeichnet.

G. SCHÖNERMARK, Der Kruzifixus in der Bildenden Kunst, Straßburg 1908; Christus im Leiden. Kruzifixe. Passionsdarstellungen aus 800 Jahren, Kat., Württemberg. Landesmuseum Stuttgart, in Verbindung mit der Diözese Rottenburg, Stuttgart 1985/86.


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