Kupfertafel
1) Kupferblech als * Bildträger für * Emailmalerei und, zur Zeit der * Tafelbilder, auch als Untergrund für kleinformatige * Ölmalereien. Erwähnung findet die Kupfertafel als Bildträger schon in dem von Leonardo da Vinci um 1492 verfassten * Traktat über die Malerei. Von den erhaltenen Exemplaren als früheste Beispiele gelten ein um 1490/1500 datiertes Motiv einer Madonna mit Kind, das Andrea Solario zugeschrieben wird, und ein Bild der Raffael-Schule, das ca. 1510 entstand. Besonders bekannt ist das in Erfurt, Angermuseum, befindliche Bild "Enthauptung Johannes d. T.", das aus der Cranach-Werkstatt stammt. In späterer Zeit verwendeten u. a. A. Elsheimer, J. Bruegel d. Ä. und B. Spranger auch Kupfertafeln für ihre Werke. Viele so genannte * Kunstkammerbilder sind auf Kupfertafeln gemalt.
2) Material für die Druckplatte bei der * Druckgraphik.
M. KOLLER u. a., Maltechniken im 16. Jh. - Bildträger, in: Reclams Handb. der künstler. Techniken, Bd. 1, Stuttgart 1988.
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