Kuppel , von italienisch cupola, sphärische, in der Form eines Kugelsegments gewölbeartig ausgebildete Überspannung eines Raumes mit rundem, quadratischem oder polygonalem Grundriss.
Der Bau von Kuppeln mit keilförmigen Steinen ist seit etruskischer und mykenischer Zeit nachweisbar, z. B. beim so genannten Schatzhaus des * Atreus. Urformen gab es schon in Form neolithischer Rundhäuser durch Vorkragen der oberen Steinschichten, wie z. B. die Nuraghen genannten turmartigen, aus großen Steinblöcken ohne Mörtel errichteten Bauten mit hohem Kraggewölbe auf Sardinien (Mitte 2. Jt.-6. Jh. v. Chr.).
Das bekannteste Beispiel eines antiken Kuppelbaues ist das * Pantheon in Rom aus dem 2. Jh. v. Chr. Zwischen Unterbau und Wölbung befindet sich oft ein zylindrisches Zwischenstück, der * Tambour, durch dessen Fensteröffnungen Licht in den Raum fällt. In der statisch gering belasteten Scheitelzone einer Kuppel kann sich eine Öffnung befinden, Lichtring, Schlussring oder Auge genannt, und darüber ein runder türmchenförmiger, mit fensterartigen Ausnehmungen versehener Bauteil, der gleichfalls überkuppelt ist und * Laterne genannt wird.
Im Barock wurden mit Metall verkleidete Holzkuppeln errichtet, wie etwa 1706 von Mansart (vgl. * Mansarde) am Invalidendom in Paris und am 1710 von Ch. Wren bei der St.-Pauls-Kathedrale in London. Im 19. Jh. folgten aus Gusseisen gefertigte Kuppel, z. B. bei der Nikolaikirche in Potsdam (1843-49) mit Kupferabdeckung und beim Berliner Reichstag (1894) mit Verglasung. Anfang 20. Jh. wurde begonnen, verglaste Schalenkuppeln mit netzartiger Stahlbewehrung zu bauen.
A. G. MEYER, Eisenbauten, Esslingen 1907; D. KRENCKER, Entwicklung d. Kuppelbaues, in: Archäolog. Anzeiger, Bd. 45, 1930; J. FINK, Die Kuppel über dem Viereck, Freiburg i. Br. 1958; Gewölbe u. Kuppeln, Glossarium Artis 6, Tübingen 1975; R. FEUCHTMÜLLER, Dächer, Türme, Kuppeln, Wien, München 1981.
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