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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Lalique , René (geb. 1860, L'Hay-les-Roses/Val de Marne; gest. 1945, Paris), französischer Goldschmied, Maler und Glaskünstler, Absolvent der * École des Arts Décoratifs in Paris.

Schon mit 25 Jahren hatte Lalique in Paris seine eigene Werkstatt. Zum Unterschied von anderen berühmten Goldschmieden verwendete Lalique für seine Schmuckstücke kaum Edelsteine. Der Wert seiner Arbeiten beruht weniger auf dem verwendeten Material als auf der in der Manier des * Art nouveau ausgeführten gekonnten Verarbeitung. Für die von ihm selbst entworfenen Schmuckstücke verarbeitete Lalique neben Gold besonders Email, bevorzugt Fensteremail (* Email à jour), sowie * Barockperlen und Elfenbein, letzteres vor allem für Miniaturschnitzereien in Form schöner Frauengestalten mit langem Haar, in harmonischer Verbindung mit vegetabilem Dekor. Weitere Lieblingsmotive waren Tiere, besonders Libellen und Fische.

In großem Rahmen präsentiert wurden seine Arbeiten erstmals 1895 bei der Ausstellung der Société des Artistes Français in Paris. Die von ihm 1900 anlässlich der * Weltausstellung in Paris auf seinem mit einem * Baldachin überdachten und mit Fledermäusen dekorierten Stand ausgestellten Schmuckstücke wurden überschwänglich gelobt und die extravagante Aufmachung seines Standes als "Clou de l'exposition" bezeichnet. Die Schauspielerin Sarah Bernhardt, für die Lalique einen Kopfschmuck mit Schlangenmotiv kreiert hatte, machte ihn mit Calouste Sarkis Gulbenkian bekannt, der mit Erdöl ein großes Vermögen erworben hatte und sein Freund und * Mäzen wurde (Gulbenkian-Sammlung im Gulbenkian-Museum, Lissabon).

Um die Kunden von seiner Werkstatt fernzuhalten, eröffnete Lalique 1905 ein Juweliergeschäft in Paris. Durch die von ihm auch verwendeten * Similisteine mit der Produktion von Edelglas bestens vertraut, entwarf Lalique für seine Haustür eine Verkleidung aus in Formen gegossenen Glasplatten und begann 1907 für die Firma Coty Parfumflacons herzustellen. Die Nachfrage war groß und die künstlerischen Möglichkeiten für Lalique so faszinierend, dass er sich ab 1910 fast ausschließlich der Glaskunst widmete. Die erste Ausstellung seiner Glaswaren fand 1912 statt.

Auch beim Glas waren seine Lieblingsmotive Pflanzen, Libellen und Fische. Die ersten Entwürfe Laliques führten Legras & Co. in St. Denis aus. Später produzierte er seine Kreationen in einer übernommenen Glasmanufaktur in Combs-La-Ville selbst und eröffnete 1914 zusammen mit seinem Sohn Marc in Wingen-sur-Mode, nahe der deutschen Grenze, eine mit Pressen etc. modern eingerichtete glasverarbeitende Manufaktur. Seine Glasobjekte wurden meist im Stil des Art nouveau bzw. des Art déco ausgeführt und erfreuen sich noch heute, durch die zeitlose Schönheit des Dekors, großer Beliebtheit. Vor seinem Tod, im Jahr 1945, nahm Lalique mit seinem Sohn Marc die während des 2. Weltkrieges stillgelegte Glasproduktion wieder auf, die später von seinem Enkel fortgesetzt wurde.

Lalique par Lalique, Lausanne 1971; S. BARTEN, R. L., Schmuck und Objets d'art 1890-1910, München 1977; R. L. Schmuck und Glas aus Paris - vom Art Nouveau zum Art Déco, Kat., Paris 1978; V. ARWAS, Art Déco, London 1980; Ch. PERCY, R. L., - das Glas, Würzburg 1981; R. L., Kat., München 1987; R. L., Kat., Paris 1991; L'Epoque L., Kat., Paris 1992.


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