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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Aphrodite , griechische Göttin der Liebe, Fruchtbarkeit und Schönheit.

Ein in der Antike üblicher Ausspruch war: "Schön wie Aphrodite, die goldene." Von den Römern wurde Aphrodite der Göttin * Venus gleichgestellt. Die Attribute Aphrodites sind: Tauben, Rosen und bisweilen die Myrte. Die Göttin verfügt über ein ambivalentes Wesen: Als * Urania steht Aphrodite für die rein himmlische Liebe, als Göttin mit dem Beinamen Pandemos, "die vom ganzen Volk Verehrte", repräsentiert sie die irdische, sinnliche Liebe. So stand etwa in Korinth die Tempelprostitution unter dem Schutz der Aphrodite Pandemos. Der altgriechische Dichter Hesiod berichtete, dass Aphrodite aus dem Meer aufgetaucht sei, analog zur Deutung des Namens Aphrodite, von griechisch aphros, "Schaum", als die Schaumgeborene. Dargestellt findet man die Göttin deshalb häufig in einer Muschel stehend. Besonders bekannt ist das in den Uffizien aufbewahrte Gemälde von Sandro Botticelli, "Geburt der Venus". Entsprechend dem Ort ihrer Geburt, dem Meer, wird Fischnahrung noch heute im ganzen Mittelmeergebiet als Aphrodisiakum, d. h. Liebesmittel angesehen. Anderen Berichten zufolge soll sich der Schaum aus dem Blut der Geschlechtsteile des Gottes * Uranos gebildet haben, die ihm von seinem Sohn * Kronos abgeschnitten worden waren.

* Homer bezeichnete Aphrodite als Tochter des Gottes * Zeus und der * Titanin Dione. Aphrodites Gemahl ist * Hephaistos, der kunstsinnige und geschickte, aber hässliche griechische Gott des Feuers und der Schmiedekunst, den sie häufig betrog. Einer ihrer vielen Liebhaber war * Adonis, dessen Tod sie mit großem Schmerz erfüllte, ein anderer der unbesiegbare Kriegsgott * Ares, der, wie es heißt, in den Armen Aphrodites schwach wurde. Ihre gemeinsamen Kinder waren * Eros (Liebe) und Anteros (Gegenliebe), * Phobos (Furcht) und * Deimos (Schrecken) sowie * Harmonia. Einer Liebesbeziehung Aphrodites mit * Anchises, einem Sterblichen aus dem Geschlecht des trojanischen Königs * Priamos, entstammt * Äneas, der Ahnherr der Römer. Aus der Verbindung mit * Hermes stammt der * Hermaphrodit. Dem Gott * Dionysos gebar sie * Priapos. In Aphrodites Gesellschaft befinden sich zumeist ihr verspielter Sohn * Eros (* Amor, * Cupido) und die drei Göttinnen der Anmut, die * Chariten (röm. * Grazien).

Häufig wiedergegeben wird Aphrodite in Verbindung mit dem Motiv * Urteil des Paris. Bei der Hochzeit des * Peleus warf * Eris, die Göttin der Zwietracht, einen goldenen Apfel mit der Aufschrift "Der Schönsten" in die Menge. Neben Aphrodite beanspruchten auch die anwesenden Göttinnen * Athene und * Hera den Preis für sich. Aphrodite, die dem zum Schiedsrichter bestimmten trojanischen Königssohn * Paris die Liebe der schönen * Helena, der begehrenswertesten aller sterblichen Frauen, versprach, erlangte schließlich den gewünschten Apfel. Sie half Paris, die Liebe Helenas zu gewinnen, was in weiterer Folge zum * Trojanischen Krieg führte.

E. SIMON, Die Geburt der A., Berlin 1959; W. NEUMER-PFAU, Studien zur Ikonographie u. gesellschaftlichen Funktion hellenist. A.-Statuen, Bonn 1982.


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