Land Art , englisch, "Land-Kunst", früher auch Earth Art, englisch, "Erd-Kunst" genannte "künstlerische Landschaftsgestaltung".
Die Termini entstanden erst in unserer Zeit, doch die künstlerische Gestaltung der Landschaft und des Bodens, der sozusagen als Bildträger dient, hat eine alte Tradition. Gartenkünstler legten schon im Altertum Terrassen an und veränderten die Landschaft durch Anlegen von Gärten, Teichen und Wasserfällen. Besondere Berühmtheit erlangten die künstlich gestalteten Gärten der Königin * Semiramis. Einen Höhepunkt erreichte die Landschaftsgestaltung im Barock. Die moderne Bezeichnung Land Art (seit ca. 1960) bezeichnet für gewöhnlich Großraumprojekte, bei denen die artifiziellen Veränderungen der Landschaft durch riesige Erdbewegungen, z. B. Aufschütten von Wällen, Hügeln und dgl., bewerkstelligt wird. Auch moderne Freizeitzentren und Golfplätze werden zuweilen von Landschaftsdesignern und Landschaftskünstlern angelegt. Bekannte Werke der Land Art entstanden in großräumigen unbewohnten Gebieten, z. B. im kalifornischen Trockensee von El Mirage und in Wüstenzonen. Zur Land Art werden auch temporäre Bilder gezählt, etwa großformatige Zeichnungen in Sand und riesige Bilder, deren Darstellungen aus Pflanzenwuchs bestehen, der durch gezieltes Aussäen von Samenkörnern in vorgezeichneten Motiven entstanden ist. Solche als Großprojekte ausgeführte Werke der Land Art können am besten durch Luftaufnahmen präsentiert werden. Zu den bekannten Vertretern der Kunstströmung zählen u. a. C. Andre, J. Dibbets, M. Heizer, R. Long, W. de Maria, C. Oldenburg, D. Oppenheim und R. Smithson.
W. de Maria, Kat., Rotterdam 1984/85; R. Long, Kat., Aachen 1988; E. SCHMIDT, Zwischen Kino, Landschaft und Museen: Erfahrung u. Fiktion im Werk von R. Smithson, Diss. Osnabrück 1989; Th. KELLEIN u. a., W. de Maria. Die 5 Kontinente Skulptur, Stuttgart 1991.
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