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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Landschaftsmalerei , Landschaftsbilder, eine sehr spät entstandene Gattung der naturalistischen Malerei.

Es gab zwar bereits vereinzelt in der Antike Maler, die stimmungsvolle Landschaftsbilder schufen, sie sind aber die Ausnahme. Plinius berichtet z. B. von den als Wandgemälde gestalteten Gartenlandschaften des Malers Ludius in einem Prunksaal der Villa ad Gallinas in Prima Porta bei Rom. Anders als etwa in China und Japan, wo die Landschaftsmalerei in Form der Rollbilder (* Kakemono, * Makimono) mit Pinsel, Tusche und Farben eine lange Tradition hat, bildete die Landschaftsmalerei in Europa während des Mittelalters kein eigenes Thema. Die katholische Kirche war Hauptauftraggeber der Künstler, und die Kunst wurde nicht mehr um ihrer selbst willen gepflogen, sondern diente während des gesamten Mittelalter hauptsächlich * sakralen Zwecken.

Dieser Umstand änderte sich erst in der Neuzeit. Für die Renaissance, mit ihrer Hinwendung zur Antike, waren nun nicht mehr die Religion und der agierende Mensch die Hauptthemen der Kunst, sondern es wurde wie in der Antike wieder der Freude an der Kunst wegen gestaltet, was sich u. a. in der Vorliebe für das Ornament ausdrückte (vgl. * Groteske, * Arabeske). Von einer eigenen Gattung kann man bei der Landschaftsmalerei in Europa erst seit dem 1. Drittel 16. Jh. sprechen, als sich im Rahmen der * Donauschule (Hauptmeister Albrecht * Altdorfer) erstmals eine Vielzahl von Künstlern diesem Sujet widmeten.

Landschaftsmalereien geben nicht primär eine Handlung wieder, sondern die Natur selbst ist das Hauptmotiv; dargestellte Figuren dienen nur als * Staffage. Die Bilder vermitteln als Landschaftsschilderung die vom Künstler persönlich als Seherlebnisse empfundenen Eindrücke. Eine Weiterentwicklung erfuhr die Landschaftsmalerei um 1600 durch eine Gruppe von Malern, die Adam Elsheimer (1578-1610) nahestand. Er bevorzugte * Ideallandschaften, die manchmal mit Staffagefiguren aus Mythologie und Religionsgeschichte angereichert wurden. Elsheimer beeinflusste u. a. Cornelis Vroom (um 1591-1661), der seinerseits zahlreichen niederländischen Landschaftsmalern Vorbild war. Eine Blütezeit erlebte die Landschaftsmalerei im 19. Jh. durch Auftragsarbeiten von Verlagen; sie dienten als Basis für die Reproduktionsgraphik in Reiseberichten.

H. GELLER, 150 Jahre deutsche Landschaftsmalerei, Erfurt 1951; K. CLARK, Landschaft wird Kunst, Köln/London 1962; H. G. FRANZ, Niederländische Landschaftsmalerei im Zeitalter des Manierismus, 2 Bde., Graz 1969; Chr. BAUR, L. in der Romantik, München 1979; E. STEINGRÄBER, 2000 Jahre europäische Landschaftsmalerei, München 1985; R. FECHNER, Natur als Landschaft. Zur Entstehung der ästhet. Landschaft, Frankfurt/M., Bern 1986; M. E. BLANCHARD, L. als Bildgattung und der Diskurs der Kunstgesch., in: Landschaft, hg. von M. Smuda, Frankfurt/M. 1986; B. BUDEROTH, H. MAKOWSKI, Die Natur dem Menschen untertan. Ökologie im Spiegel der L., München 1986; B. ESCHENBURG, Landschaft in der dt. Malerei: vom späten MA bis heute, München 1987; O. BÄTSCHMANN, Entfernung der Natur, L. 1750-1920, Köln 1989; Von der Natur zur Kunst, Kat., Wien 1990.


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