Langobardische Kunst , Teil der * Germanischen Kunst. Der germanische Volksstamm der Langobarden soll dem Ursprung nach aus Südschweden (Schone) oder Gotland stammen, ließ sich dann aber in Pannonien nieder.
568 brachen die Langobarden das Übereinkommen mit Ostrom, unterwarfen die wichtigen Städte nördlich des Po und erhoben Pavia zur Metropole ihres Reiches. Neben Baudenkmälern in der langobardischen Fürstenresidenz Cividale sind u. a. schöne Elfenbeinschnitzereien, Goldschmiedearbeiten (Tierstil I und, nach Ansiedlung im italienischen Raum, Tierstil II) aus dem 7./8. Jh. erhalten. Für den Tierstil I sind streng symmetrisch angeordnete, annähernd naturalistische Tierwesen charakteristisch. Der Tierstil II ist durch verstärkte Stilisierung der Formen gekennzeichnet. Die Tierkörper sind oft bandartig verlängert und S-förmig gestaltet. Häufig ist dieser Dekor bei den so genannten * Goldblattkreuzen. Erste Kontake mit dem Christentum fanden schon während der pannonischen Siedlungsphase der Langobarden statt. Durchgesetzt hat sich das christliche Glaubensgut und damit die entsprechenden Darstellungen aber erst nach dem Konzil von Pavia (698). Zeugnisse Langobardischer Kunst sind u. a. erhalten bei der 603/04 geweihten Basilika S. Giovanni in Monza, der Krypta von S. Eusebio in Pavia (* Kapitelle aus dem 7. Jh.), der Klosterkirche Sta. Maria Theodote aus dem frühen 8. Jh. und der 752 gegründeten Klosterkirche S. Salvatore in Brescia.
H. ROTH, Die Ornamentik der Langobarden in Italien. Eine Untersuchung zur Stilentwicklung anhand der Grabfunde, in: Antiquitas 3, 15, Bonn 1973; J. JARNUT, Geschichte der Langobarden, Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1982; E. GALLISTL, Beitr. zur Ornamentik der Langobarden im österr. Donauraum, Diss. Wien 1984; W. MENGHIN, Die Langobarden. Archäologie und Gesch., Stuttgart 1985; G. L. MENIS, Italia Longobarda, Venedig 1991.
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