Apokalypse , griech. apokalypsis, "Enthüllung", "Offenbarung".
Schriften von den letzten Dingen, von der Endzeit des Menschengeschlechts und dem Weltende mit dem Apokalyptischen oder Jüngsten Gericht. Es gibt verschiedene Quellen. Zitiert werden zumeist die im Alten Testament im Buch * Daniel enthaltenen Enthüllungen und vor allem eine im Neuen Testament enthaltene Niederschrift von Visionen aus der Zeit um 95 n. Chr. während der Herrschaft des Kaisers Domitian. Der Autor hieß Johannes, wobei die Annahme, dass es sich um den Apostel und Evangelisten handelt, heute vielfach nicht mehr geteilt wird. Ein verbreiteter Kommentar zur Apokalypse wird Beatus genannt, nach dem im 8. Jh. lebenden asturischen Mönch Beatus von Liébana. In der Apokalypse ist die Siebenzahl vorherrschend. 7 Schreiben bringen 7 kleinasiatischen Gemeinden Kunde von dem "Buch mit 7 Siegeln" (Kapitel 4 und 5 der Visionsreihe). Das * Lamm Gottes (Christus-Symbol) ist mit der Öffnung der Siegel und dadurch mit der Enthüllung des Heilsplanes befasst. Nach dem Lösen des letzten Siegels erschallen die von 7 Engeln geblasenen Posaunen, und es folgen 7 Gesichte. Nach der Entleerung von 7 Schalen des Zorns über die Erde folgen 7 Visionen: Wiederkehr Christi, Weltuntergang, Entstehung des himmlischen Jerusalem, * Apokalyptisches Gericht, * Apokalyptische Frau, * Apokalyptische Reiter und Erscheinen der großen Buhlerin Babylon, der so genannten * Babylonischen Hure.
M. R. JAMES, The Apocalypse in Art, London 1931; W. NEUSS, A., in: Reallex. zur dt. Kunstgesch. I, 1935, S. 751 ff.; R. CHADRABA, Dürers A. Eine ikonologische Deutung, Prag 1964; G. REICHELT, Das Buch mit den 7 Siegeln in der A. des Johannes, Göttingen 1975; F. van der MEER, A. Die Visionen des Johannes in der europ. Kunst, Freiburg i. Br., Antwerpen 1978; F. HOFMANN, Zeitgenöss. Darstellungen der A.-Motive im Kirchenbau seit 1945 (Diss. von 1979), München, Zürich 1982; A. - Ein Prinzip Hoffnung, Kat., Ludwigshafen 1985; G. KRETSCHMAR, Die Offenbarung des Johannes. Die Gesch. ihrer Auslegung im 1. Jt., Stuttgart 1985.
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