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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Laokoon (lateinisch Laocoon), Priester * Apollons.

Wie die Seherin * Kassandra warnte auch er die Trojaner davor, das von den Griechen zurückgelassene riesige hölzerne Pferd (* Trojanisches Pferd) in die Stadt zu bringen. Mit den Worten "Ihr Narren, trauet niemals einem Griechen, selbst wenn er Geschenke bringt!" schleuderte Laokoon einen Speer auf die * Monumentalfigur. Als zwei aus den Tiefen des Ozeans aufgetauchte Seeschlangen die Zwillingssöhne des Priesters erdrückten und auch er selbst von den Untieren getötet wurde, sahen die Trojaner darin die Strafe der Göttin * Athene und schenkten der Aussage eines Gefangenen namens * Sinon Glauben, wonach das Standbild von den Griechen als Dankopfer für Athene gebaut worden wäre. Sie rissen den über dem Stadttor gelegenen Teil der Mauer ein und zogen das übergroße hölzerne Pferd in die Stadt.

Die bekannteste Darstellung der Tötung Laokoon und seiner Söhne durch die Seeschlange, die 184 cm hohe so genannte Laokoongruppe, wurde 1506 auf dem Esquilin in Rom gefunden und befindet sich heute im Cortile del Belvedere im Vatikan (vgl. * hellenistische Kunst). Betreffend den Grund der Tötung des Laokoon, gibt es in der Mythologie zwei Versionen. Einer Fassung nach wurde der Poseidonpriester Laokoon bestraft, weil er geheiratet und Kinder gezeugt hatte (vermutlich auf ein verschollenes Drama von Sophokles zurückgehende Variante), nach der zweiten Version, weil Laokoon die Trojaner vor dem hölzernen Pferd gewarnt und sich deshalb den Zorn Athenes zugezogen hatte. Diese Erklärung stammt von Plinius (Nat. hist. XXXVI, 37).

W. AMELUNG, Die Sculpturen des Vatican. Mus., Bd. 2, Berlin 1908; M. BIEBER, L. The Influence of the Group since its Rediscovery, Detroit 1967; M. u. R. HERTL, L. Ausdruck d. Schmerzes durch 2 Jt., München 1968; F. HILLER, Wieder einmal L., in: Röm. Mitteilungen (Mitt. des Dt. Archäolog. Inst., Röm. Abt, Heidelberg) 86, 1979; E. SIMON, L. und die Gesch. der antiken Kunst, in: Archäolog. Anzeiger 1984 (Beiblatt zum Jahrb. des Dt. Archäolog. Instituts); B. ANDREAE, Plinius und der L., Mainz 1987.


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